Herzlichen Dank!

Erfolg kann bitter sein. Das haben Regina Kittler, Maja Lasic und Stefanie Remlinger erfahren müssen.
Alle drei sind Bildungspolitikerinnen, alle drei sind Mitglieder im Bildungsausschuss (gewesen) und alle drei haben sich dort in der letzten Legislatur mit viel Engagement und Erfolg u.a. für Schulbibliotheken eingesetzt. Sie haben es geschafft, im Haushalt Mittel für eine Kompetenzstelle für Schulbibliotheken zu verankern. Sie haben es geschafft, dass diese Stelle am Medienforum in der Levetzowstraße eingerichtet wurde. Und sie haben es geschafft, dass im Haushalt Gelder für Sachmittel für Schulbibliotheken bereit gestellt.
Krönender Abschluss ihres Engagements wurde § 16 (2) des neuen Schulgesetzes. Mit diesem wird endlich die Existenz von Schulbibliotheken legalisiert und Schulbibliotheken bekommen die Möglichkeit, finanzielle Mittel zu beantragen.
Diese Großtat für die Medienbildung blieb in der Öffentlichkeit unbemerkt, wurde aber unter anderem von den 60 % der Berliner Schulen, die eine Schulbibliothek haben, mit großer Freude wahrgenommen. Dass das der letzte Erfolg dieses so engagierten Trios sein würde, ahnte vor 14 Tagen, als das Gesetz verabschiedet wurde, niemand.
Klar, die Legislatur war zu Ende, aber die Arbeit würde weiter gehen. Alle drei machen aktive, überzeugende Wahlkreisarbeit, alle drei sind in ihren Wahlkreisen gut verankert und alles sprach dafür, dass sie ihr Direktmandat gewinnen würden. Aber allen dreien ist das überraschend nicht gelungen. Und da offenbar niemand damit gerechnet hat, hatten alle drei nur einen hinteren Platz auf der Landes- bzw. Bezirksliste – für alle drei zu weit hinten.
Jetzt, da das unerwartete geschehen ist, ist das Entsetzen allseits groß. Wie konnte das passieren? Das haben wir nicht gewollt … ist zu hören.
Wir wissen es nicht. Vielleicht liegt es daran, dass der Bildungspolitik und ihrer kontinuierlichen Entwicklung kein großer Wert beigemessen wird. Vielleicht hat es andere Gründe. Und wir sind überzeugt, dass die Abgeordneten, die in der nächsten Legislatur im Bildungsausschuss sitzen, ebenso engagiert und sympathisch sein werden.
Dennoch, die Abwahl dieser drei bildungspolitischen Expertinnen hinterlässt nicht nur für die Weiterentwicklung der Schulbibliotheken eine Lücke, sie ist auch für die drei menschlich enttäuschend (und das ist nicht als Wählerschelte gemeint). Da tröstet der Dank der AG Schulbibliotheken für die verlässliche Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ kaum.
Wir werden die politische Entwicklung weiterhin begleiten. Die Messlatte für den nächsten Bildungsausschuss liegt hoch. Er hat aus Schulgesetz und Haushaltsentwurf die Aufgabe „geerbt“, die Entwicklung der Schulbibliotheken zu fördern. Wir freuen uns auf eine weiterhin
konstruktive Zusammenarbeit.
Aber wir werden hoffentlich auch mit Fr. Kittler, Fr. Lasic und Fr. Remlinger im Gespräch bleiben – an welcher Position in Senat, Verwaltung oder … sie dann auch sind.

Ute Heller, stellv. Vorsitzende der AGSBB e.V.