Blick über den Tellerrand – Schulbibliotheken in Biberach

Die dbv-Kommission Bibliothek und Schule tagte am 25. und 26. Juni 2019 in Biberach. Reisezeit von Berlin-Köpenick nach Biberach – 9 Stunden. Aber es hat sich wieder gelohnt!

Trotz der heißen Temperaturen waren wir hoch motiviert, freuten uns auf das Wiedersehen und die gemeinsamen Eindrücke und Erfahrungen in Biberach und machten Pläne für die weitere Amtszeit.

Beschriftung im MIZ Biberach

Getagt wurde in der kühlen Lernwerkstatt der Stadtbücherei Biberach. Das Medien- und Informationszentrum hat tolle Räume bis unters Dach, mitten im Stadtzentrum. Bibliotheksleiter Frank Raumel, der als ständiger Gast an den Sitzungen der dbv-Kommission Bibliothek und Schule teilnimmt, zeigte uns seine Erfolge der letzten Jahre und viele schöne Seiten von Biberach.

34 000 Einwohner hat Biberach. Im Ländle Baden-Württemberg tickt die Uhr anders als im lauten Berlin, aber hier wird überall zielgerichtet Geld für Bildung und Sport ausgegeben und Lernorte für das „Lebenslange Lernen“ geschaffen, wo alle Seiten von profitieren.

Neben dem Besuch des Medien- und Informationszentrums als Herz der Stadtbücherei besuchten wir zwei Schulbibliotheken. Die Schulbücherei des Heinz H. Engler-Forums ist Zweigstelle der Stadtbücherei und „bietet Schülern und Lehrern der Dollinger-Realschule und der Mali-Gemeinschaftsschule ein ideales Umfeld zum Lernen, Lesen, Chillen und als Treffpunkt mit Freunden.“

Auf der Fachtagung Schulbibliotheken im Abgeordnetenhaus am 27. März 2019 wurde der Film „Lernwelt Schulbibliothek“ gezeigt, der in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der ekz Reutlingen entstanden ist. Trotzdem ist es etwas ganz anderes auch für mich als eine der Schulbibliotheksexpertinnen „mittendrin in Deiner Vision zu stehen“.

Die Schulbibliothek im Engler-Forum ist Montag, Dienstag, Donnerstag von 8.00-15.30 Uhr und Mittwoch und Freitag von 8.00-13.00 Uhr geöffnet.

Die Schulbibliothek betreuen Dipl.-Bibl. Tanja Blickle und die Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Julia Moder. Auf www.schulmediothek.de fand ich dieses Best-Practice-Beispiel vom Wieland-Gymnasium, das wir ebenfalls besichtigt haben.

Die Schulbibliotheken sind am Verbund der Stadtbücherei angeschlossen, es gibt nur einen Leseausweis. Die Schulbibliotheken sind mit RFID ausgestattet.

Hier ein paar Zahlen für Bibliothekspädagogische Angebote der Stadtbücherei Biberach (entnommen dem Jahresbericht 2019 für Berichtsjahr 2018):

Kitas  – Veranstaltungen mit 214 Teilnehmern, Grundschulen (bis 4. Klasse) – 47 Veranstaltungen mit 997 Teilnehmern, Gemeinschafts- und Realschulen (ab 5. Klasse) – 28 Veranstaltungen mit 827 Teilnehmern, Förderschulen – 7 Veranstaltungen mit 67 Teilnehmern, Gymnasien (ab Klasse 5) – 56 Veranstaltungen mit 1657 Teilnehmern und Erwachsene – 14 Veranstaltungen mit 107 Teilnehmern. Insgesamt sind das 166 Veranstaltungen mit 3869 Teilnehmern. Wer hat das geleistet?

Das „Netzwerk Lesen“ der Stadtbücherei Biberach vereint 55 Bildungspartner mit dem Ziel der gemeinschaftlichen Leseförderung, darunter mehr als 30 Kindergrippen und Kindergärten.

„Jedes Kind muss lesen lernen!“ – die Petition „Hamburger Erklärung“, die von Kirsten Boie initiert wird, haben auch wir unterstützt.

Bei der Stadtbücherei Biberach sieht das in Zahlen so aus:

4719 Öffnungsstunden, 658200 Ausleihen/Mediennutzungen, 167969 Besuche im Medien- und Informationszentrum Biberach, 11017 Besuche von Veranstaltungen, 50019 Besuche der Mediothek der Gymnasien und 27727 Besuche der Schulbücherei im HHEngler-Forum.

Das sind beeindruckende Zahlen! Was gefällt, ist die Qualität der Angebote und die strategische Weiterentwicklung aller Angebote und das Engagement auf Landes- und Bundesebene.