SenBJF vergisst Personalstellenbedarf für Schulbibliotheken anzumelden

„Bestand und Betrieb von Schulbibliotheken werden durch ausreichende Finanzierung und ein tragbares Personalkonzept abgesichert und er­weitert sowie die Einrichtung einer gemeinsamen IT-Lösung gefördert.“ –  heißt es in der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90 / Die Grünen für die Legislaturperiode 2016-2021.

Nun wurde bekannt, dass die Senatsverwaltung für Bildung Jugend und Familie den Per­sonalstellenbedarf an Erzieher*innen für den Doppelhaushalt 2020/21 reduziert hat, weil sich nach den Prognosen der Senatsbildungsverwaltung, der Bedarf im Hortbereich ver­ringert hat. (GEW, taz 16.5.2019, Berliner Zeitung vom 17.5.2019,)

Die Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e.V. (AGSBB) weist dar­auf hin, dass diese Sicht zu kurz greift: Er­zieher*in­nen werden dringend gebraucht, um in Schulbibliotheken die medienpädagogi­schen Kon­zepte der Schulen umzusetzen – wie es auch der Koalitionsvertrag vorsieht.

Schulbibliotheken legen als Medienzentren die Grundlage für Medienkompetenz. Für die nachhaltige Umsetzung schulischer Medienkonzepte sind Schulbibliotheken von großer Bedeutung: sie ermöglichen allen Schüler*in­nen den Zugang zu digitalen und analogen Medien, entlasten Lehrkräfte und sind als Begegnungs- und Bildungsräume ins­besondere für die Gestaltung des Ganztags wichtig.

Derzeit leisten in den meisten der ca. 500 Berliner Schulbibliotheken Honorarkräf­te und Ehren­amtliche die wichti­ge medienpädagogische Arbeit. Nur in wenigen Schulbibliotheken arbeiten Fachkräfte – meist mit befristeten Verträgen. Oft sind dies Erzieher*innen mit medienpädagogischer Qualifikation oder Bibliotheksfachkräfte mit pädagogischer Fortbildung. Die AGSBB hat mit diesen Modellen gute Erfahrungen gemacht. Sollen Digital Natives medienmünd­ig werden, müssen in Schulbibliotheken dringend unbefristete Personalstellen eingerich­tet werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e.V. (AGSBB) ist alarmiert und erinnert an das Koalitionsvorhaben. Warum die Koalition ihre zukunftswei­senden Plä­ne aus dem Koalitionsvertrag ohne Not über Bord wirft können wir nicht nachvollziehen.

Angesichts der Erwartungen, die Bund und Ländern, aber auch Eltern, Schüler*innen und Lehrkräfte an den Digital­pakt knüpfen, ist die Koalition gut beraten, ihr Koalitionsverspre­chen, Schul­bibliotheken durch Personal und IT-Lösung in zu si­chern, umzusetzen.

Kostenloses Mittagessen und ein BVG-Ticket sind kein Freifahrtschein für Kürzungen im Bildungsbereich.

Senatorin Scheeres und die Bildungsverwaltung sind dringend aufgefordert, die vorhandenen Stellen in Schulbibliotheken zu verstetigen sowie weitere zu beschreiben, auszuschreiben und zu besetzen – noch ist es nicht zu spät.

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