Eine vernetzte Bibliothekslandschaft für Berlin

Vernetzung mit Abb. aus dem Positionspapier

„Eine vernetzte Bibliothekslandschaft für Berlin“ ist der Titel des Positionspapiers des Landesverbandes Berlin im Deutschen Bibliotheksverband e.V.

In der Einleitung heißt es dazu: „Der Berliner Senat hat sich für die Legislaturperiode 2016-2021 zum Ziel gesetzt, ein Bibliothekskonzept zu erarbeiten. Zur Begründung hieß es: „Damit die öffentlichen Bibliotheken auch zukünftig ihrer gesellschaftspolitischen Aufgabe gerecht werden können, braucht Berlin ein aktuelles Bibliothekskonzept. Ziel ist es, auf seiner Basis das Bibliotheksnetz zu sichern, den Bedürfnissen der wachsenden Stadt anzupassen und auszubauen und eine gesetzliche Regelung für die Bibliothekslandschaft Berlins anzustreben.“ Ein erster Zwischenbericht soll im Juni 2019 vorgelegt werden.“

Die AGSBB unterstützt dieses Vorhaben (wir waren im Workshop aktiv dabei) und möchte auch eine starke Vernetzung und partnerschaftliche Zusammenarbeit der unterschiedlichen Bibliothekstypen. Hier sollen Öffentliche Bibliotheken, Schulbibliotheken, Bibliothekarische Ausbildungseinrichtungen, Bibliotheksverbünde, Kirchliche Bibliotheken, Spezial- und Forschungsbibliotheken und Universitäts- und Hochschulbibliotheken miteinander vernetzt werden.

„Als Netzwerk können die Berliner Bibliotheken Bildung, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft auf verschiedenen Ebenen mit attraktiven Services unterstützen. Dafür ist eine ressortübergreifende Planung und Finanzierung des Netzwerkes notwendig. Eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Realisierung eines solchen Netzwerks und eines spartenübergreifenden Berliner Bibliotheksentwicklungsplans ist das Zusammenwirken der Senatsverwaltungen für Kultur und Europa, für Bildung sowie der Senatskanzlei für Wissenschaft und Forschung.“, heißt es zum Ende der Einleitung.

Im Abgeordnetenhaus von Berlin ist man ebenfalls aktiv geworden. Regina Kittler hat in ihren organisierten Fachtagungen zum Thema Öffentliche Bibliotheken darauf verwiesen. Den Auftrag des Abgeordnetenhauses vom 6. Juni 2018 finden Sie hier.

Welche Stellen findet man im Positionspapier zu den Schulbibliotheken?

Bei der Aufzählung: 260 Schulbibliotheken (mittlerweile sind durch die Kleinen Anfragen von Regina Kittler über 400 Schulbibliotheken in der Stadt gezählt wurden)

Wichtigste Aussage u.a.: In Berlin fehlt ein Bibliotheksgesetz!, dass die Existenz, Ausstattung und das Leistungsniveau der öffentlichen Bibliotheken durch verbindliche Standards absichert. Durch diesen fehlenden Schutz waren die öffentlichen Bibliotheken Berlins in den letzten 20 Jahren der Konsolidierung des Landeshaushalts einem massiven Abbau von Standorten, Personal und Finanzmitteln ausgesetzt.

In den Forderungen des dbv LV Berlin für ÖB’s von 1-9 heißt es:

1. Der dbv LV Berlin fordert für öffentliche Bibliotheken ausreichend gut qualifiziertes Personal….

2. …fordert … mehr Fläche …

3. …fordert einen ausreichenden Medienetat ….

4. ….fordert einen ausreichenden Etat für Veranstaltungen…

5. …fordert einen zukunftsfähigen (IT-) Verbund….

6. …fordert für öffentliche Bibliotheken einen starken Verbund und dessen finanzielle Absicherung….

7. …fordert die Sonntagsöffnung von Bibliotheken und Open Libraries …

8. …fordert die finanzielle und personelle Unterstützung von Innovationen…

9. Der dbv LV Berlin fordert eine professionelle Struktur für Schulbibliotheken: Die Schulbibliotheken sind individuell und als Netzwerk auf Basis gemeinsamer Standards zu stärken und zu professionalisieren. Kurzfristig bedarf es dazu eines Gutachtens zur Analyse der derzeitigen Situation und der Formulierung von Mindeststandards. Auf dieser Grundlage sollen alle Schulbibliotheken langfristig in einem gemeinsamen Verbund mit Unterstützung durch eine schulbibliothekarische Arbeitsstelle vernetzt werden. Mittelfristig soll dazu ein Pilotprojekt mit zwei Schulen pro Bezirk über drei Jahre mit Kosten in Höhe von ca. 10 Mio. Euro aufgesetzt und durchgeführt werden.

Positionspapier des dbv LV Berlin

Auf 24 Seiten kann man dieses Positionspapier „Eine vernetzte Bibliothekslandschaft für Berlin“ vollständig lesen. Das Positionspapier wurde Ende April von Christiane Hoff, Vorsitzende dbv LV Berlin, Beate Rusch vom Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg und Stefan Rogge, dem Leiter der Stadtbibliothek Mitte an den Senator für Kultur und Europa Dr. Klaus Lederer übergeben.

Es wurde u.a. im Newsletter des Deutschen Bibliotheksverbandes vom 16. Mai 2019 verbreitet und darüber berichtet.

Da ich für die AGSBB e.V. Mitglied in der dbv-Kommission Bibliothek und Schule bin, kenne und vertrete ich diese Positionen der Zusammenarbeit aller Bibliothekstypen. Ich finde, Berlin ist auf einem guten Weg und freue mich über die Unterstützung.

Es bleibt noch viel zu tun! Aber wir sind mit vielen Partnern auf einem guten Weg.

Puzzle und starke Partner im Deutschen Bibliotheksverband e.V.