App in die Schulbibliothek?!

Am 26. Mai 2016 lud die Schulbibliothek „Bücherwelt“ der Thomas-Mann-Grundschule zu einer Veranstaltung der AG Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg ein.

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Bei selbstgebackenem Kuchen, herzhaften Teilchen und Tee diskutierten die Teilnehmenden in einer sehr familiären Atmosphäre über das Thema: Neue Medien in der Schulbibliothek. Zuvor hatten die Gäste unsere Sommerbibliothek bewundert. In einem Bungalow auf dem Schulhof stehen Bücher bereit, die die Kinder in der Pause und am Nachmittag auf dem Hof lesen können. Danach werden die Bücher wieder in die Sommerbibliothek zurück geräumt. Sie sind nicht ausleihbar. Die Idee für diese Sommerbibliothek war vor ein paar Jahren nach dem Beobachten der „Gezeiten“ der Schulbibliothek entstanden. Im Sommer sind die meisten Kinder am liebsten an der frischen Luft und die Schulbibliothek wird nicht so intensiv genutzt wie in den kalten Jahreszeiten. Deshalb brachten wir die Bücher zu den Kindern – nach draußen.

Während der Besichtigung kam unsere Schulleiterin, Frau Lietzau, kurz hinzu und informierte  über das Konzept „lesende Schule“ der Thomas-Mann-Grundschule .

In der Diskussion über Neue Medien in der Schulbibliothek gab es sehr unterschiedliche Standpunkte über den Sinn verschiedener Anwendungen.

Das Spektrum der Meinungen reichte vom Erhalt der Bibliothek als einem „analogen“ Ort, an dem noch das Haptische zu Hause ist bis zu der Meinung, dass es notwendig sei, mit der digitalen Revolution mitzugehen und nicht den Anschluss zu verpassen. Bettina Gries, Inhaberin einer Berliner Firma zur Mediengesaltung, die APPs vor allem im kulturellen Bereich ( für Parks, Schlösser, Museen etc.) produziert und unsere eingeladene Expertin für diese Runde , hatte viele gute Ideen, wie die Schülergeneration „Smartphone“ zum Beispiel mit APPs für Schulbibliotheken zu begeistern ist. Sie hält das Medium an sich für völlig wertfrei und es kommt ihrer Ansicht nach vielmehr darauf an, welche Inhalte über die Neuen Medien wie z.B. das Smartphone transportiert werden. Sie plädierte für einen spielerischen Umgang mit den Neuen Medien.

In der Diskussion stellte sich allerdings heraus, dass es in vielen Schulen ein generelles Verbot der Nutzung von Mobiltelefonen gibt, so dass momentan solche Schulbibliotheks-APPs von den Schülern gar nicht genutzt werden könnten.

So stellte sich der Gedanke ein, dass das Anbieten von Schulbibliotheks-APPs wahrscheinlich erst in weiterführenden Schulen, also ab Klasse 7, sinnvoll ist.

Vorstellbare Inhalte von Schulbibliothek-APPs sind z.B. APPs zur Buchvorstellung und Leseempfehlung, APPs zur Erinnerung an Buchabgabe-Termine und APPs mit literarischen Quiz u.a. anderen Spielen rund um das Buch.

Der Gedankenaustausch der Teilnehmenden war sehr intensiv und zusammenfassend können wir sagen, dass der technologische Wandel früher oder später auch die Schulbibliotheken erfassen wird und es gut ist, sich schon jetzt mit dem Thema auseinander zu setzen.

 

Kirsten Christiansen

Koordinatorin der „Bücherwelt“

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