Expertenrunde in Frankfurt/Main – wir waren dabei!

Am 22. April 2015 traf sich in Frankfurt am Main im Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) eine Expertenrunde zum Thema „Lesen und Lernen 3.0 – Mit der Bibliothek Medienbildung in der Schule verankern“.

Eingeladen hatte der DBV (Deutsche Bibliotheksverband) e.V. mit der Kommission Bibliothek und Schule. Die Vorsitzende Birgit Lücke freute sich sehr, dass trotz GDL-Streik und Lahmlegung des Bahnverkehrs fast alle eingeladenen Teilnehmer den Weg nach Frankfurt fanden.

Mit welcher Erwartung fährt man für wenige Stunden von Berlin nach Frankfurt? Victor Wolter und ich hatten im Frühjahr 2014 ein persönliches Gespräch in Berlin mit Birgit Lücke und Dr. Andreas Müller, wo wir die Zusammenarbeit auf Bundesebene und die bundesweite Bündelung des Engagements für Schulbibliotheken angestrebt haben. Natürlich waren wir gern am 22. April in der Expertenrunde dabei!

Viele Bundesländer engagieren sich und organisieren Schulbibliothekstage. Wir kämpfen alle mit den selben Problemen und erfinden das Rad immer wieder neu! Ehrenamt kann nur unterstützen, aber nicht die Lösung sein. Gut ausgestattete Schulbibliotheken brauchen eine Schulbibliothekarin oder Medienpädagogin, die in der Schule anerkannt und finanziert ist.

Wir unterstützen die Frankfurter Erklärung des DBV und wir möchten alle, dass „jedes Kind an jeder Schule in Deutschland eine gute und modern ausgestattete Schulbibliothek nutzen kann“.  Unter www.schulmediothek.de ist der Kurzbericht des DBV. Eine ausführliche Dokumentation mit der Auswertung des Workshops wird vom Veranstalter erarbeitet.

Die gute Leitung des Moderators Herrn Kösters brachte noch einmal andere Sichtweisen der Wirtschaft und Ausbildung auf den Punkt und Frau Lücke berichtete von der Schulbibliothekstour nach Schweden mit der Kommission Schule und Bibliothek, wo die „Schulbibliothekarin Sophia als Medium“ innerhalb der Schule agiert und die Vision einer guten Schulbibliothek lebt. Ähnliches weiß ich von meiner eigenen Reise nach Lund und Malmö vom September 2011 zu berichten.

Natürlich ging der Blick auch in die SBA Frankfurt/Main und es war sehr interessant die Fortsetzung schulbibliothekarischer Arbeit der letzten zwei Jahre von Frau von Jordan-Bonin persönlich hören zu können. Es gibt in Deutschland gute Modelle der Vernetzung schulbibliothekarischer Arbeit und wir sind als Experten alle gereist, haben nach Südtirol, Skandinavien und die Schweiz geschaut. Brasilien, USA, unser Besuch aus Chile von Nicole Saffie, zeigen, dass andere Länder beginnen und in Bildung investieren, die Wirtschaft mitnehmen.

Ich möchte mich für den Erfahrungsaustausch vom 22. April 2015 in der Expertenrunde bedanken. Es waren alle Gruppen da, die Schulbibliotheksarbeit bundesweit unterstützen können. Stiftung Lesen und DIPF haben ihre Hilfe zugesagt, Schulbibliotheksarbeit sichtbar zu machen.

Aber Bildung ist Ländersache und die Lobbyarbeit für Schulbibliotheken muss getan werden. Dies ist auch ein Ergebnis der Expertenrunde. Ein bundesweites Treffen 2016 ist ein guter Vorschlag, den die AGSBB unterstützt.

Birgit Lücke bringt es auf den Punkt: „Die Schulbibliothek ist unersetzlich. Nur durch sie kann jedes Kind und jeder Jugendliche erreicht werden.“ Dieser Satz kommt von BibliothekarInnen, die seit vielen Jahren mit Pädagogen in der Schule zusammenarbeiten und die Grenzen der Leseförderung Öffentlicher Bibliotheken erkennen. An mancher Stelle mussten und müssen alle umdenken, aber auch Schule hat sich mit der Ganztagsbetreuung ja verändert. Wir brauchen alle Ressourcen und es gibt gute Beispiele, wo es gelingt, aber die meisten stoßen an personelle Grenzen. Deshalb müssen hier finanzierbare Lösungen gefunden, begleitet und neu auf den Weg gebracht werden.

Simone Frübing,

Teilnehmerin der Expertenrunde für die Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e.V.