Texte in Leichter und Einfacher Sprache

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Defizite im Leseverständnis von Kindern und Jugendlichen enden nicht automatisch mit dem 18. Lebensjahr. Wie die sogenannte  „PISA-Studie für Erwachsene“ 2013 zeigte, gibt es in Deutschland viele Menschen, die Probleme beim Verstehen von Texten haben. Der Spiegel titelte „Jeder sechste deutsche Erwachsene liest wie ein Zehnjähriger„.

Seit einigen Jahren gibt es nun ein Konzept, schwere Texte aus Zeitungen, Vorschriften und Büchern durch Vereinfachungen besser lesbar zu machen. Anhand bestimmter Regeln erhält man dann Formulierungen in „Leichter Sprache“ oder – etwas weniger streng reglementiert – in „Einfacher Sprache“. Selbst die Bundesregierung erklärt die Arbeit des Bundestags in Leichter Sprache.

Inzwischen gibt es bereits Zeitungen und Bücher in Leichter oder Einfacher Sprache. Sie möchten erreichen, dass auch Menschen mit Leseschwierigkeiten oder nicht so guten Deutschkenntnissen Zugang zu Textmedien bekommen. Auf den Seiten des Netzwerks Leichte Sprache findet man eine Liste von Büchern, Heften, Zeitungen, Internetangeboten und CDs. Das Angebot richtet sich vor allem an Erwachsene. Lektüre für Kinder und Jugendliche mit vereinfachten Texten findet man ebenfalls im Buchhandel.

logospassamlesenDer Verlag „Spaß am Lesen“ verlegt ausschließlich Bücher und Zeitungen in Einfacher Sprache. Eine Besonderheit besteht darin, dass es sich bei den Büchern um vereinfachte Kurzfassungen von bereits bestehender Literatur (wie.z.B. Tschick, Im Westen nichts Neues, Ziemlich beste Freunde oder Das Wunder von Bern) handelt: „Hintergedanke hierbei ist, dass wir es möglich machen wollen, dass alle Menschen (auch junge Menschen, mit einer Leseschwäche) Teil haben können an aktueller Literatur.“

Sigrid Heinze-Osterwald,  Spezialistin für Kinder- und Jugendliteratur, hat einige Bücher des Verlags für die AGSBB getestet und schreibt:

Heute morgen hab ich sie alle nochmal gelesen und auch meiner […] Tochter daraus vorgelesen. Wir waren uns einig: Das ist ein guter Einstieg ins Lesen – und auch die Titelauswahl gut. Der Remarque hat mich auch in dieser Fassung erschüttert! Die Bücher sind zwar einfach geschrieben, aber nicht einfältig. Diese Sprache hat in ihrer Reduziertheit ja auch etwas Poetisches. Hut ab für die Leute, die die Originaltitel umgeschrieben haben! […] Heute Nachmittag hab ich dann meinem Leseförderungskollegen in der Förderschule die Bücher gezeigt. Auch er meinte, das wäre eine gute Idee, die auch für das dortige Klientel in den höheren Klassen geeignet [sei]. Also Applaus von allen Seiten!

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TschickZiemlich beste Freunde lowres