SBA Treptow-Köpenick auf Reisen nach Bremen und Hamburg

Somone mit Bremer Stadtmu.Vom 4.-7. Juli 2014 reisten Simone Frübing (SBA Treptow-Köpenick) und Gabriele Neumann von der Schulbibliothek der Grünauer Schule nach Bremen und Hamburg, um gemeinsam das ereignisreiche Schuljahr 2013/14 ausklingen zu lassen, neue Ideen zu sammeln und den Erfahrungsaustausch mit Bremer und Hamburger Kollegen zu suchen. Was stand auf dem Programm?

 

Unser Ziel waren die Stadtbibliothek Bremen und die Versorgung der Schulbibliotheken/Schulen. Zum Schulbibliothekstag hatten wir eine Anmeldung aus Bremen vom Schulzentrum des Sekundarbereichs II an der Bördestraße auf Empfehlung von Stüber Systems. Die Schulbibliothek arbeitet mit Magellan Bibliothek.

Mich interessierte die Öffentliche Schulbibliothek in der Oberschule Rockwinkel. Ich hatte die Schulseite im Netz gefunden und war neugierig auf die personelle Ausstattung, die Arbeit im Unterricht und die Öffnung für den Stadtteil.

Öffnungszeiten der Bibliothek: montags 8-17 Uhr, dienstags 8-15 Uhr, mittwochs 8-15 Uhr, donnerstags 8-17 Uhr, freitags 8-14 Uhr. „An jedem Tag kommen morgens die Schüler und Kindergärten. Kommen Sie trotzdem rein!“ So steht es auf der Homepage der Schule!

Ein verlängertes Wochenende in Bremen, das Hotel war schnell gebucht und es gab unheimlich viel zu erzählen! Immerhin arbeiten wir seit 2007 im Leitungsteam der SBA zusammen, waren gemeinsam in Dänemark, Südtirol und Polen. Diese Reise nach Bremen und Hamburg war lange geplant und ein ganz besonderes Dankeschön an Gaby für das unermüdliche Engagement auch bei der Ausrichtung des 5. Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstages, denn Frau Neumann hat noch immer keine finanzierte Stelle und die letzten Monate fast nur ehrenamtlich viele Stunden gearbeitet und war trotzdem für die Schule und die Leser da! Wir suchen dringend nach einer Finanzierung, aber ausreichende Gelder für eine feste Stelle sind nicht in Sicht.

Am Samstag, dem 5. Juli, besuchten wir die Stadtbibliothek Bremen und waren fasziniert von diesem wunderschönen Haus, den zahlreichen Angeboten und den vielen Besuchern. Die Mitarbeiterin in der Kinderbibliothek gab uns viele Auskünfte und wir trafen auf eine erfahrene Kollegin, die jetzt kurz vor der Rente die ganze Geschichte der Bremer Bibliotheken und Schulbibliotheken erzählen konnte. Herzlichen Dank für diese Zeitreise!

Ich hatte die Direktorin der Bremer Stadtbibliothek, Barbara Lison, auf dem 9. BibliotheksLeiterTag 2013 in Frankfurt/Main als Referentin mit dem Vortrag „Leistung scharf analysiert – Bibliotheksmanagement mit Kennzahlen in Bremen“ gehört und auch die Diskussion und den Test der Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek mit Interesse verfolgt. Bremen war auch Ausrichter des 103. Bibliothekarstages im Juni 2014 und es war besonders schön für uns, aus der Praxis von den Nutzern der Angebote der Stadtbibliothek zu hören.

Die Stadtbibliothek besticht mit ihrer Professionalität in der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Suche von Finanzierungen. Das Personal war sehr freundlich und alle im Hause, Leser und Personal, fühlten sich wohl. Die Bibliothek ist „ein Wohlfühlort“ mit ganz besonderem Ambiente. Das muss man sich selbst angesehen haben. Wenn alle solche Häuser hätten, wäre Bibliothek als Lern-, Arbeits- und Leseort schon längst eine Pflichtaufgabe der Finanzierung. Natürlich gibt es in Berlin auch tolle Bibliotheken, aber sie sind nicht um die Ecke und gehören nicht zum alltäglichen Weg. Trotzdem glaube ich, dass mit gutem Bibliotheksmanagement und vielen Beziehungen in Politik, Kultur und Wirtschaft noch eine Menge für die Bildung in diesem Land getan werden könnte. In Bremen sieht man es! Z. B. Mit einer Spendenaktion für Schulbibliotheken und den „4 Bremer Stadtmusikanten“.

Am Montag, dem 7. Juli, waren wir in der Oberschule Rockwinkel und trafen das engagierte Team um Herrn Meyhöfer. Herr Meyhöfer ist seit 40 Jahren Lehrer für Mathe, Physik, Geschichte und Gesellschaftskunde, unterrichtet aber nicht mehr. In der Schulbibliothek ist „sein Platz“ und sein Engagement. Die Unterstützung durch ein ehrenamtliches Team von 4 Personen zeigte uns, wie die erfolgreiche Arbeit einer Schulbibliothek aussehen kann. Man ist erfinderisch beim Beschaffen von Geldern. Der Medienetat ist begrenzt. Man muss Schwerpunkte setzen. Es gibt Vorklassen für Schüler mit Migrationshintergrund und auch hier übernimmt die Schulbibliothek eine wichtige Begleitung. Es gibt Bilderbuchkinos, die für die umliegenden Kitas gezeigt werden. Ca. 8.000 ME hat die Bibliothek und wird von den Schülern auch in den Pausen gut genutzt. Es ist ein sozialer Raum, der innerhalb der Schule große Bedeutung hat. Dies liest man auch auf der Schulhomepage. Man hat sich von Studenten der Uni Bremen ein Ausleihprogramm schreiben lassen. Die Oberschule mit ca. 900 Schülern der Klassenstufen 5-13 nutzt die Bibliothek für Referate, für Schülerarbeiten. Über die Ferien wird ausgeliehen und es gibt eine besondere Förderung für die Jungs und die Migrantenkinder und schon die Mütter mit ihren Kleinkindern nutzen die Bibliothek intensiv. Es ist eine Öffentliche Schulbibliothek für den Stadtteil. Einen zusätzlichen Medienetat gibt es dafür nicht. Wir danken dem engagierten Team für die Einblicke in ihren Schulbibliotheksalltag und wünschen weiterhin viel Freude und viele nette Leser!

Nach dem Besuch in der Oberschule Rockwinkel fuhren wir nach Hamburg weiter. Wir waren zum Gegenbesuch in der Stadtteilschule Bergedorf eingeladen. Die Kollegen der Schulbibliothek um Katrin Jürgens, Natascha Grell und Birgit Kuhn erwarteten uns. Die drei Hamburger Kolleginnen hatten vom Schulbibliothekstag an der Grünauer Schule gehört, konnten leider nicht am 24. Mai wegen einer anderen Veranstaltung kommen, nahmen Kontakt zu Gabriele Neumann auf und waren am 30. Juni 2014 zu Besuch an der Grünauer Schule! 8 Tage später konnten wir den Besuch nachbereiten und waren überrascht und beeindruckt von der wunderschönen Schulbibliothek und seiner Geschichte, die uns in Hamburg-Bergedorf erzählt wurde. Wir danken dem Team für die Gastfreundschaft, die vielen schönen Einblicke in die Schule und den Schulalltag. Über 4 Stunden dauerte unser Besuch, bevor wir um 18 Uhr mit dem Auto zurück nach Berlin fuhren. Es war der krönende Abschluss einer besonderen Reise und wir kommen gern zum 10. Geburtstag der Schulbibliothek wieder nach Hamburg, um den Erfahrungsaustausch fortzusetzen. Ein ausführlicher Bericht mit Bremer und Hamburger Zahlen und Fotos soll in einem 2. Teil folgen.