Die Schulbibliothek als Ort der Politischen Bildung

polisAnka Rahn, Leiterin der Boris-Pfeiffer-Schulbibliothek in Eberswalde, schickt uns folgenden Beitrag:

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Der Blick zum Nachbarn: Österreich

„Schulbibliotheken als Orte der Information und des Austauschs sind wichtige Partner, wenn es darum geht, die Politische Bildung und das Demokratie-Lernen an einer Schule gut zu verankern.“ Quelle

Dieser oben zitierte Satz, gerichtet an österreichische Schulleitungen, Schulbibliothekare und Lehrkräfte, beinhaltete ein richtungsweisendes Unterrichtsprogramm. Die Broschüre „Die Schulbibliothek als Ort der Politischen Bildung“ von Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule entstand bereits 2008 im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums.

Während in den Schulbibliotheken, die ich kenne, der Bestandsschwerpunkt meist auf Belletristik liegt und in der Grundschule viele Sachbücher zu unterrichtsrelevanten Themen angeschafft werden, ist oft nur ein schmaler Regalabschnitt zum Thema „Politik“ zu finden. Dabei gibt es auch für uns interessante Möglichkeiten, dies zu verändern.

Die Broschüre des Nachbarlandes stellt wichtige Publikationen zur Politischen Bildung vor, die als Bestand einer Schulbibliothek empfohlen werden und liefert Ideen zur Umsetzung von Politischer Bildung in der Schulbibliothek. Das habe ich in Deutschland in dieser kompakten Printversion noch nicht gefunden. „Wie man aus der Unmenge an zur Verfügung stehenden Informationen die relevanten herausfiltert, kann in der Schulbibliothek ‚gelernt‘ werden und stellt damit gleichzeitig eine der großen Aufgaben von Politischer Bildung dar.“ Dieses Argument sollte auch Berliner und Brandenburger Schulleitungen überzeugen, die Kosten für politische Publikationen zu genehmigen!

2 Replies to “Die Schulbibliothek als Ort der Politischen Bildung”

  1. Was Anka Rahn hier schreibt, ist bisher leider allzu selten geschrieben worden. Ich möchte das mit ein paar Ergänzungenunterstützen:
    Wir hatten in der Schulbibliothek eine Litfaßsäule, ein Überbleibsel aus einer Theateraufführung, eine Tageszeitung, die in eine Zeitungsstange geklemmt wurde, gab es täglich. Sie wurde vier Wochen aufgehoben. Eine „Bibliotheksmutter“ führte ein Zeitungsausschnittarchiv. Bei aktuellen politischen Ereignissen „klotzten“ wir und kauften viele verschiedene Tageszeitungen. Die Titelseiten mit den Schlagzeilen wurden an einer Wäscheleine aufgehängt. An einer Wand hing eine große Weltkarte, an der das Geschehen lokalisiert werden konnte.
    Zu bestimmten Themen gab es Handapparate mit jeweils ca. 30 und mehr Büchern: 1848/49, 17. Juni 1953, Nationalsozialismus, Auf der Suche nach Heimat (Asyl, Migration, Flucht), Jugend und Gewalt, Städtebau, Jüdisches Leben in Deutschland,.
    Es gab mehrere Politik-Lexika. Den Fischer-Weltalmanach, ein lexikalisches Jahrbuch mit einem Länderteil und aktuellen Daten, hatten wir als Klassensatz, später als CD-ROM, und natürlich die Hefte „Informationen zur politischen Bildung“ für die Lehrkräfte und die Oberstufe, sowie alles Brauchbare der Zentralen für politische Bildung. Wir propagierten den Schülerwettbewerb der politischen Bildung, für dessen Aufgaben man fast immer die Medien der Bibliothek benötigte.

    Ich freue mich sehr, dass Frau Rahn dieses Thema aufgegriffen hat.

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