Bonus-Programm für Brennpunktschulen

216 Berliner Schulen können ab 2014 pro Jahr zwischen 25.000 € bis 100.000 € bekommen, die sie z.B. für ihre Schulbibliothek nutzen können – auch für Personal

Im Frühjahr berichtete die Presse von einem Sonderprogramm des Landes Berlin für Brennpunktschulen. 15 Millionen Euro will man ab 2014 pro Jahr zur Verfügung stellen. Ob eine Schule eine Brennpunktschule ist, hängt von einem sozioökonomischen Faktor ab: dem Prozentsatz der Schüler, deren Eltern von der Zuzahlung zu den Lernmitteln befreit sind. Liegt dieser LMB-Faktor über 50%, kann sich die Schule an dem Programm beteiligen und bekommt maximal 62.500 €. Ist der Faktor sogar über 75%, werden bis zu 100.000 € möglich.

Die konkrete Summe setzt sich aus einer Basiszuweisung plus ggf. möglichen Kooperationszulagen, Leistungsboni und einem Bonus AktionsraumPlus/Soziale Stadt zusammen.

In einer Broschüre erläutert die Senatsschulverwaltung das Programm ausführlich und stellt sechs Beispiele zur Nutzung der Mittel vor, darunter das Beispiel Schulbibliothek. Wörtlich heißt es auf Seite 6:

Zur Entwicklung der Lesekompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler möchte eine Schule eine Schulbibliothek einrichten und dafür eine Verwaltungskraft (p.a. 54.000 € E 8 / Vollzeiteinheit) einsetzen. Die benötigten Sachmittel für die Einrichtung der Bibliothek können aus dem einzurichtenden Sachmittelkonto der Schule fließen. Die Bibliothekskraft kann über den Kooperationspartner Ganztag durch die Erweiterung des Vertrages beschäftigt werden.

Damit ist ein Weg zu regulär bezahltem Personal in der Schulbibliothek eröffnet worden. Interessierte Brennpunktschulen können also ihre Schulbibliotheken ausbauen – mit Sachmitteln und mit Personal, das über Kooperationsverträge mit einem freien Träger an die Schule kommt.

Bereits im April veröffentlichte die Berliner Morgenpost eine Liste der in Frage kommenden Schulen. Aber Vorsicht: Es zählt stets der aktuelle LMB-Faktor.