LISUM: Handreichung zur Förderung von Lesekompetenz in der Schule

Bild1Noch im Dezember 2012 erschien eine weitere LISUM-Broschüre zur Leseförderung. Während sich das Heft „In Lesewelten hineinwachsen“ an die Schulanfangsphase wendet, ist die „Handreichung zur Förderung von Lesekompetenz in der Schule“ für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 gedacht, also für die Grundschulen und alle weiterführenden Schulen.

„Ziel dieser Handreichung ist die Verankerung nachhaltiger Leseförderung an den Schulen, sodass die Anzahl kompetenter Leserinnen und Leser und damit auch die der erfolgreichen Lernerinnen und Lerner deutlich ansteigt“ (S. 6).

Die Handreichung liefert ein Handlungskonzept zur Planung von Entwicklungsvorhaben zur Leseförderung. Neben theoretischen Grundlagen, Strategien und Evaluationsmöglichkeiten wird eine Vielzahl von möglichen Maßnahmen beschrieben. Eine Materialbox enthält Kopiervorlagen und Verweise auf weitere Angebote.

Als eine der Möglichkeiten zur Leseförderung wird den Schulen die Einrichtung einer Schulbibliothek vorgeschlagen:

„Die Schulbibliothek leistet einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer schulischen Lesekultur, indem sie allen Schülerinnen und Schülern den Zugang zu Büchern und neuen Medien ermöglicht“ (S.13).

Es wird weiterhin angeregt, die Schulbibliothek regelmäßig im Unterricht zu nutzen und ihre Ausleihstatistik als Diagnoseinstrument zu beachten. Auf die Seiten zur Schulbibliothek auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg wird ebenfalls verwiesen.

Insgesamt stellt die Broschüre die Leseförderung als komplexen Prozess mit vielen Handlungsfeldern dar, der bewusst und langfristig geplant werden muss und von der Einbeziehung ganz unterschiedlicher Maßnahmen lebt. Die angebotenen Hilfestellungen sind vielfältig und schließen den Aufbau und die Nutzung einer Schulbibliothek ein.

Die „Handreichung zur Förderung von Lesekompetenz in der Schule“ können Sie hier herunterladen.

One Reply to “LISUM: Handreichung zur Förderung von Lesekompetenz in der Schule”

  1. Ganz zum Anfang: Ich beschreibe hier nur meine ganz persönliche Meinung und lasse mich gern eines Besseren belehren.
    Die o.g. LISUM-Handreichung ist ein sicher gutgemeintes, ambitioniertes 68-seitiges Dokument, das ziemlich überfrachtet ist mit Begriffen wie „nachhaltig“, „Lesekompetenz“, „Leseförderung“, „Lesestrategien“, „Lesekultur“, „Leseinteresse“, „Lesecurriculum“ usw. Es möchte der Sorge Rechnung tragen, dass die Schüler unerwartet Schwächen beim Lesen zeigen. Diese Schwächen zeigen sich allerdings schon seit Jahren, und auch die Erkenntnis, dass Lesen eine fächerübergreifende Rolle spielt, sogar im digitalen Zeitalter, ist überhaupt nicht neu. Es empfiehlt sich, das Lesen und Schreiben zu beherrschen, bevor man in den unendlichen Weiten des Internets und in sozialen Netzwerken herumsurft. Dort lernt man es mit Sicherheit nicht.
    Die Handreichung möchte das Lesen nun in den Vordergrund rücken. Gelingen soll das durch den gezielten Einsatz von Lesestrategien (u.a. des Strategie-Sets LeseNavigator!!). Selbstverständlich müssen die Lehrer zur Kontrolle Steuerungsteams bilden und in kurzen Abständen unzählige Evaluationsformulare ausfüllen. An meiner Schule erlebe ich tagtäglich, dass die Lehrer auch so schon an der Belastungsobergrenze arbeiten.
    An 2-3 Stellen wird den Schulen völlig unspezifiziert empfohlen, eine Bibliothek, ein paar Lesekisten o.Ä. einzurichten. Es wird vorausgesetzt, dass eine Schulbibliothek allen Schülern den Zugang zu Büchern und neuen Medien ermöglicht. Auf das Fehlen jeglicher finanzieller und personeller Rahmenbedingungen dafür wird selbstverständlich nicht eingegangen.

    Dummerweise habe ich fast zeitgleich die „Wegleitung Schulbibliotheken“ der Stadt Zürich vom Februar 2012 gelesen. Was für ein himmelweiter Unterschied! Bereits im Vorwort des 16-seitigen Dokuments wird die Bedeutung von Schulbibliotheken für die individuelle Förderung und informelles Lernen gewürdigt (auch für das bessere PISA-Abschneiden) und die Schlussfolgerung gezogen: „In jeder Schuleinheit ist zur Förderung der Sprach-, Medien- und Informationskompetenz eine Schulbibliothek zu halten“. Es folgen inhaltliche und rechtliche Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Beschlusses. Aufschlussreich sind bereits die Überschriften der einzelnen Abschnitte des Dokuments „Bibliothek ins Zentrum gerückt“, „Bibliothekspädagogik – praktisch umsetzen“ oder auch „Weniger Administration – mehr Zeit für Schülerinnen und Schüler“ (ganz im Gegensatz zur LISUM-Handreichung).
    Woran liegt es nur, dass sich unsere oberen bildungspolitischen Ebenen so schwer tun mit der Akzeptanz von Tatsachen, die in anderen Ländern schon lange selbstverständlich sind?

    Link zur Zürcher Wegleitung

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