SBA Treptow-Köpenick – Unterwegs auf kleiner Bildungsreise

Ute Grabinski, Mitarbeiterin von Simone Frübing in der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle Treptow-Köpenick, berichtet von einer Reise durch Berliner Schulbibliotheken am 6. Juni 2012. Besucht wurden das Canisius-Kolleg, die Lenauschule und die Jane-Addams-Bibliothek.

Wir – das sind 4 Mitarbeiter/Innen in  Schulbibliotheken des Bezirkes Treptow-Köpenick und das ist Frau Frübing, Koordinatorin der Schulbibliothekarischen Arbeit (SBA) des Bezirkes – machten uns auf den Weg in drei ganz unterschiedliche Schulen von Berlin. Unser Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen sowie die jeweiligen Bibliotheksräume und Medienbestände zu besichtigen, um neue Ideen in die Schulbibliothekarische Arbeit Treptow-Köpenick mitzubringen.

Unser erstes Ziel war das Canisius-Kolleg in der Tiergartenstraße in Berlin-Mitte. Überaus freundlich wurden wir von den dort beschäftigten  Bibliothekarinnen, Frau Kunhenn, Frau Rexhausen und Frau Schäfer empfangen.  Schon beim Betreten der Räumlichkeiten der Schulbibliothek der Oberstufe waren wir überwältigt von dem unvergleichlichen Ambiente, geprägt von stilvollen Möbeln aus edlem Holz wie beispielsweise den wunderschönen, einheitlichen Regalen, die die drei Bibliotheksräume ummanteln. Ein Ort der Ruhe. Ideal zum Lernen oder einfach nur Entspannen. In gemütlicher Runde erfuhren wir Wissenswertes über die Schule und die Bibliothek. Beispielsweise, dass die Räumlichkeiten der Bibliothek seit 1999 öffentlich für alle Schüler der Oberstufe zugänglich sind. Bis zu 30 Schüler gleichzeitig können hier verweilen und werden auf höchstem Niveau fachlich und menschlich von den drei Bibliothekarinnen betreut. Nicht verwunderlich, dass es weit mehr Interessenten für das Canisius-Kolleg gibt, als die Schule aufnehmen kann.

Im Anschluss besichtigten wir die Bibliothek der Unter- und Mittelstufe. Diese befindet sich im Untergeschoss des Gebäudes. Hier wurde erkennbar, dass auch private Schulen wie das Canisius-Kolleg nicht frei von Problemen und finanziellen Nöten im Bereich Schulbibliotheken sind. Der Einsatz ehrenamtlich tätiger Mütter ermöglicht die Öffnung dieser Bibliothek, die von diesen mit viel Liebe gepflegt wird.

Noch völlig überwältigt von den Eindrücken des Canisius-Kolleg, machten wir uns auf den Weg nach Kreuzberg in die Schulbibliothek der Lenau-Grundschule. Auch hier wurden wir von den zwei sehr freundlichen Mitarbeiterinnen der Schulbibliothek begrüßt. Unser erster Blick fiel auf das mächtige Holzschiff im vorderen Raum der Bibliothek. Gemütliche Sitzecken im Ober- und Unterdeck laden hier zum Verweilen ein. Auch der zweite Raum wurde mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.  Buchrubriken wie „Andere Länder“ oder „Coole Bücher“ empfanden wir als äußerst ideenreich und perfekt in den Blickwinkel eines Kindes hineinversetzt. Ferien-Lesekisten, Natur-Entdecker-Taschen, Familienkoffer etc., all das sind Projekte dieser innovativen Bibliothek. Zum Abschluss durften wir mit kindlicher Freude eine Vorführung des Bilderbuchkinos erleben. Die Bilder wurden auf eine „künstliche Leinwand“ (eine weiß gestrichene Wand) projiziert. Auch dies ist eine tolle Idee mit wenig Kostenaufwand.

Im vergangen Jahr gewann die Bibliothek der Lenauschule im Berliner Wettbewerb den Titel „Schulbibliothek des Jahres“, dotiert mit einem Geldpreis der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg. Mit Recht, befand damals der Wettbewerbsleiter Victor Wolter, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg: „Die Jury hat eine gute Wahl getroffen. Wem es gelingt, die Schulbibliothek als pädagogisches Zentrum zu nutzen, um das Lesen als Schulkultur zu etablieren, der hat wirklich eine herausragende Schulbibliothek.“ Das können wir nur bestätigen und wünschen uns auch für unseren Bezirk Treptow-Köpenick solche Erfolge und Anerkennung der Arbeit innerhalb und außerhalb „der Schule“.

Unser letztes „Reiseziel“: Die Schulbibliothek des Oberstufenzentrums Sozialwesen II „Jane-Addams-Schule“ in der Straßmannstraße in Friedrichshain. Frau Ute Heller, Lehrerin für Psychologie und Pädagogik und engagiertes Mitglied  der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg, führte uns durch die zwei sehr sachlich eingerichteten Räume der Bibliothek. In einem abschließenden Erfahrungsaustausch kamen wir gemeinsam zu dem Schluss, dass der Auf- und Ausbau der Berliner Schulbibliotheken weiterer finanzieller Unterstützung, in erster Linie der Finanzierung von Personalstellen und eines verlässlichen Etats zur Medienbeschaffung, bedarf. Wir wollen in Treptow-Köpenick die Schulbibliotheken miteinander vernetzen, um unsere Ressourcen besser nutzen zu können.

Wir bedanken uns herzlich bei den Mitarbeiterinnen der drei Bibliotheken, die unsere Bildungsreise mit ihrer Freundlichkeit, ihrem Wissen und ihrer Offenheit bereichert haben!

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