Aktuelles aus Treptow-Köpenick

Der Bezirk Treptow-Köpenick engagiert sich seit Jahren erfolgreich für Schulbibliotheken. Die Existenz der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle (SBA) garantiert, dass die begonnene Arbeit fortgesetzt wird. Die Leiterin, Simone Frübing, berichtet von Höhen und Tiefen des letzten Jahres – und verrät das Erfolgsrezept der SBA.

In den letzten zwölf Monaten seit der Preisverleihung zum Wettbewerb „Schulbibliothek des Jahres“ am 16. Juni 2011 ist in den Schulbibliotheken von Treptow-Köpenick viel passiert:

  • Besuch der SBA Treptow-Köpenick in Lund/Schweden
  • Eröffnung der Schulbibliothek im Alexander-von-Humboldt-Gymnasium
  • auslaufende Stellen von Mitarbeitern, aber auch neue Stellen
  • Politikwechsel im Rathaus

Wir arbeiten daran, Stabilität, Qualität und gute Betreuung in den Schulbibliotheken durch den Ausbau der Vernetzung zu erreichen. Wir leben schon jetzt die Kooperation der Schulbibliotheken durch ein hoch motiviertes, engagiertes Mitarbeiterteam in 38 Schulbibliotheken. Nach dem Wegfall von Stellen haben Mitarbeiter ehrenamtlich ihre Arbeit fortgeführt, an manchen Schulen mit 30 Stunden pro Woche. Wir hangeln uns von Maßnahme zu Maßnahme, in der Hoffnung finanzierbare Lösungskonzepte zu finden.
15 neue Stellen Bürgerarbeit und weitere 15 MAE-Stellen hatte die SBA Treptow-Köpenick ab 1. Mai 2012 neu zu besetzen. Es ist ein Erfolg des Trägers ProAB e.V. und der Politik, dass die Schulbibliotheken diese Stellen erhielten. Gute Mitarbeiter konnten so ihre Arbeit an den Schulen, in ihren Schulbibliotheken fortsetzen. Neue Mitarbeiter wurden angelernt. Sie waren leicht zu motivieren, weil die Kinder tagtäglich Freude bringen.

Die Neuen bringen gute Ideen mit, können Bewährtes fortsetzen, zeigen aber auch, was nicht funktioniert oder auch falsch gemacht wurde. Wir können nicht mehr zählen, wie viele Mitarbeiter seit 2008 für Schulbibliotheken angelernt wurden. Mindestens 15 Personen sind geblieben und haben „ihre Schule“ als Einsatzort gefunden.

Durch ihre Arbeit entlasten unsere Mitarbeiter die Schule an vielen Stellen: Durch den liebevollen und netten Umgang mit den Kindern sucht so manches Kind die Schulbibliothek auf, um einfach vom Alltag zu erzählen, sich wohlzufühlen bei den Büchern, in den liebevoll eingerichteten Lesestuben. Aber Schulbibliothek ist für uns viel mehr. Die Mitarbeiter unterstützen z.B. Leseförderung, Projekte und Recherchen für den Unterricht . Jede Schule
ist anders, jede Schulbibliothek arbeitet anders. Aber es ist ein Erlebnis, die Mitarbeiter in einigen Schulbibliotheken von Treptow-Köpenick bei der täglichen Arbeit zu erleben. Gerade heute erfolgte der Umzug mit 10 Personen in einen größeren Raum auf 50m² in der Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule. Wir werden von der neuen Bibliothek in der „lesenden Schule“ berichten. Das Konzept wird nach den Ferien gemeinsam mit der Schule erarbeitet.

Welche weiteren Neuigkeiten gibt es aus Treptow-Köpenick:

  • Wir suchen nach Ausbildungsmöglichkeiten, eine pädagogische Ausbildung für Mitarbeiter von Schulbibliotheken wäre für die Zukunft sehr wichtig, weil wir längstmehr als Ausleihbibliotheken sind. Wir begleiten mit unseren Schulbibliotheken denUnterricht und die Freizeit der Kinder von 8-16 Uhr.
  • Ab Juli 2012 bauen wir in einer Ganztagsschule eine neue Schulbibliothek mit einerFläche von 300m² auf.
  • Die Schule an der Wuhlheide übernimmt die Stadtteilbibliothek Oberschöneweide fast ohne Bücher und wird in den Räumlichkeiten eine Schulbibliothek einrichten. Die Kinder werden an der Gestaltung beteiligt. Eröffnung soll nach den Oktoberferien sein. Die Räume der Bibliothek werden ab 6. August 2012 im Unterricht genutztwerden können.
  • Wir testen das Bibliotheksprogramm der Schulverwaltungssoftware. Ein Bibliotheksverbund wird angestrebt, denn die Bestände unserer Schulbibliothekenmüssen gemeinsam nutzbar sein. Wir gehen in eine Pilotphase mit einigen Schulen.

Uns erwartet ein spannendes Schuljahr 2012/13. Wir hoffen, dass Mitarbeiter bleiben können und ihre tolle Arbeit in der Schule fortsetzen werden. Leider ist das immer noch nicht für alle sicher: In der Schulbibliothek der Müggelsee-Grundschule arbeitet Herr Engel. Er ist die Seele der Bibliothek, die Kinder mögen ihn. Dass er etwas ganz Besonderes leistet, bescheinigen ihm der Schulleiter, der Förderverein der Montessori-Pädagogik Friedrichshagen, die Gesamtelternvertretung und der Förderverein in dem hier abgebildeten Brief. Trotzdem gibt es keine Stelle für ihn im kommenden Schuljahr.

Was wird mit der Schulbibliothek, was wird mit den Kindern?

Ebenso warten Frau Grosche, Frau Neumann, Frau Schnute und Frau Ginter in Treptow-Köpenick darauf, für ihre geleistete Arbeit auch finanziert zu werden.

Wer kann uns helfen? Wer möchte uns mit einer Finanzierung helfen. Die Bildungspolitik ist hier gefragt und die Eltern, die dies an allen Stellen in Deutschland, in allen Bundesländern einfordern. Einen kleinen Beitrag dazu leistet die AGSBB, herzlichen Dank an alle Mitstreiter an dieser Stelle aus Treptow-Köpenick für die vielen ausgetauschten Erfahrungen.

Jedes Kind sollte ein Recht auf die Nutzung einer gut ausgestatteten Schulbibliothek haben. Dazu gehört aber auch neben einem Medienetat die personelle Ausstattung für anleitendendes Personal, damit Ehrenamt und Schüler mit unterstützen können.

Ältere Mitarbeiter in Schulbibliotheken, die eine gute Arbeit leisten, sollten vom Jobcenter weiterfinanziert werden. Eine Rückkehr auf den 1. Arbeitsmarkt ist bei den meisten nicht mehr möglich, weil sie eine Krankheitsgeschichte haben, nicht mehr belastbar sind. Aber in den Schulen gebraucht zu werden und im Team anerkannt arbeiten zu können, lässt viele Mitarbeiter im Arbeitsalltag „aufblühen“ – und das ist das Erfolgsrezept der Schulbibliothekarischen Arbeit in Treptow-Köpenick. Wir sind dankbar über jede Hilfe.

Simone Frübing , SBA Treptow-Köpenick , 20. Juni 2012