Mein größter Wunsch ist es, diese Schulbibliothek noch viele Jahre betreuen zu können

Ein Bericht vom Werden und Wachsen der Schulbibliothek an der Schule am Berg (Grundschule) in Altglienicke

Die Schulbibliothekarin der Schule am Berg im Stadtbezirk Treptow-Köpenick, Martina Preiß, hat viel erreicht: Gemeinsam mit Lehrern, Eltern, Schulleitung und der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle wurde eine erfolgreiche Schulbibliothek aufgebaut. In ihrem Artikel dokumentiert sie das Wachsen der Einrichtung. Die Tabelle (Siehe unten) zeigt, wie sehr die Bibliothek inzwischen in das Schulleben integriert ist.

Um die Lust am Lesen zu fördern, werden an vielen Berliner Schulen Bibliotheken für Schüler eingerichtet. So auch 2009 an der Grundschule am Berg in Altglienicke. Ein Abstellraum für Unterrichtsmaterialien im 2. Stock wurde entrümpelt, renoviert und Regale aufgestellt. Im Sommer erhielt ich das Angebot, dort im Rahmen einer MAE- Maßnahme (1,50 €-Job) beim Aufbau einer Schulbibliothek mitzuwirken. Für mich eine völlig neue Aufgabe, reizvoll und kompliziert zugleich.

Im August stellte ich der Schulleitung ein Konzept für die nächsten Schritte bis zur Eröffnung vor. Anfangs herrschte ein ziemliches Durcheinander.

Viele eigene Ideen und Kreativität veränderten den Raum Tag für Tag. Durch die geöffnete Tür verfolgten viele Kinder das Wachsen und Werden ihrer zukünftigen Schulbibliothek. In 6 Wochen mühevoller Kleinarbeit wurden die Bücher nach allgemeinen Richtlinien klassifiziert, sortiert, registriert und in die Regale gestellt. Der ehemalige Raum war nicht wieder zuerkennen. Die Vorarbeiten zum Ausleihbetrieb konnten abgeschlossen werden. Der Bestand umfasste ca. 900 Bücher, Märchen, Tiergeschichten, Jungs- und Mädchenbücher, Sachlektüre, Zeitschriften, Videos und CDs. In allen 15 Klassen wurden Antragsformulare und eine Bibliotheksordnung an die Kinder verteilt. Der Rücklauf der Anmeldungen stimmte optimistisch.

Anfang Oktober 2009 erfolgte die Eröffnung unserer Schulbibliothek. Jeder Schüler, der sich angemeldet hatte, bekam an diesem Tag seinen Nutzerausweis, ein von mir gebasteltes Lesezeichen und Gummibärchen. An allen fünf Unterrichtstagen war die Bücherei geöffnet. Es war immer Betrieb.

Spenden von Medien, dank Eltern, dem Förderverein, sozialen Einrichtungen, auch öffentlicher Bibliotheken in Treptow-Köpenick und Eigeninitiative zahlten sich aus. Unsere Schulbibliothek wuchs. Heute haben wir einen Bestand von 3335 Exemplaren auf Lager, meist natürlich Bücher geordnet nach Sachgebieten und Altersgruppen.

Diese kleine Bibliothek ist mehr als eine Bücherausleihe. Sie erfüllt auch wichtige soziale Komponenten im Zusammenleben von Schülerinnen und Schülern. Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung sowie allen Kolleginnen und Kollegen der Bildungseinrichtung ist sehr gut. Nach 6 Monaten mussten die Öffnungszeiten auf 3 Wochentage reduziert werden. Die Fördermittel waren gekürzt worden. Verärgerung und Enttäuschung bei Kindern, Lehrern, Erziehern und Eltern.

Aufbau und Betrieb dieser Bücherei sind eine schöne und sinnvolle Aufgabe, die mir viel Freude bereitet, ein Erfolgserlebnis für mich und die Kinder der Grundschule am Berg. Ich erhielt dafür bis Juni 2011eine geringfügige, finanzielle Unterstützung vom Förderverein. Seitdem arbeite ich bis heute ehrenamtlich. Ich möchte dazu beitragen das Bildungsniveau an dieser Schule weiter zu verbessern. Darüber hinaus helfe ich mit bei Lesewettbewerben, leiste Hilfe bei Hausaufgaben, organisiere Bastelstunden. Mein größter Wunsch ist es, diese Schulbibliothek noch viele Jahre betreuen zu können und zu dürfen.

Martina Preiß, Berlin, 04. März 2012

Anm. d. Red.: Frau Preiß hat seit 1. April 2012 eine Stellenfinanzierung über Bürgerarbeit mit 38 Stunden.

Statistik der Schulbibliothek Schule am Berg: 3335 Medien. In der Statistik wurde Folgendes erfasst: die Anzahl der Kinder bei Ausleihen, die Aktivitäten monatlich und ab Schuljahr 2011/2012 auch die Kinder, die nur Medien zurückgaben und nichts Neues mitnahmen.

 

One Reply to “Mein größter Wunsch ist es, diese Schulbibliothek noch viele Jahre betreuen zu können”

  1. Man sieht richtig, wieviel Elan und Freude dahinter steckt. Beides möge Ihnen noch lange erhalten bleiben, Frau Preiß!

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