Vorlesetradition. Nicht nur zum Welttag des Buches

(Forts. d. Berichts von Fr. Rahn)

Zwei Mal im Jahr werden die Schulbibliothekarinnen und die Kolleginnen des Fachbereiches Deutsch um Rat gebeten: „Kannst du mir was zum Vorlesen empfehlen?“ Zwei Mal  im Jahr, am Welttag des Buches im April und am bundesweiten Vorlesetag im November, wird in der ersten Schulstunde in der ganzen Schule vorgelesen. Die ganze Schule bedeutet in unserem Fall, von der 1. bis zur 10. Klasse lesen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Gästen vor.
In der Grundschule gibt es einen Foyer-Aushang, an dem Miniplakate für Buch und Vorleser werben. Ein begrenztes Angebot an Eintrittskarten, die die Kinder hier abziehen können, sichert eine ruhige Atmosphäre fürs Zuhören und für anschließende Gesprächsrunden. Wegen der Rückmeldung hängt eine Liste aus, in die sich die Kartenbesitzer eintragen müssen. Diese Organisationsform hat sich seit Jahren bewährt und findet bei Kindern und Erwachsenen großen Anklang.


In der Oberschule läuft es organisatorisch wesentlich einfacher. Ob Biologie- oder Mathematiklehrer – alle sollen in der ersten Unterrichtstunde vor der Klasse lesen, bei der sie gerade Unterricht haben. Da taten sich in den Anfangsjahren ungeahnte Probleme auf: Diskussionen um Stoff, den man nun nicht vermitteln könne, um deutlich signalisierte Leseabneigung oder Hilflosigkeit gegenüber der Auswahl des Lesestoffs. Doch inzwischen lassen sich alle Kollegen darauf ein, denn es gibt für sie persönlich Lektüreempfehlungen, mitgebrachte Hörspiel-CDs entlasten die Stimme oder die Schülerinnen und Schüler lesen selbst vor.
Optisch sehr ansprechende Möglichkeiten bieten Internetpräsenzen. Durch die Whiteboards in jedem Unterrichtsraum ist das bei uns kein Problem. Inzwischen gibt es Buchtrailer, Internetseiten zu einem Buch oder wundervoll vorgelesene Varianten auf youtube. Das macht Freude! Das ist die Stelle, an der ich sage: Als Kunstlehrer brauche ich nicht nur mein „Kopfkino“, sondern auch Bilder vor Augen. Aber das geht auch vielen Kindern und Jugendlichen so. Schade, dass es für ältere Leser so wenig illustrierte Bücher gibt!

Hier nun ein paar beispielhafte „Guck-Empfehlungen“ für Neugierige, die eine wunderbare Vorlese- Atmosphäre schaffen können:

Buchtrailer:  Boris Pfeiffer „Unsichtbar und trotzdem da!“

Internetseite: Chris Priestley  „Onkel Montagues Schauergeschichte“ 

youtube-Vorleser:  „Ein Teufel namens Fidibus“:

 

Einen wichtigen Beitrag zum Vorlesen  leistet seit 2010 unsere Schulbibliothek. Die BibliotheksAG gibt Lektüreempfehlungen, vermittelt und gestaltet Lesungen. Unsere ehrenamtlich tätige Leiterin Stefanie Steindorf liest regelmäßig in unseren Räumen Kindergarten-Gruppen vor.
Am diesjährigen Welttag des Buches, am 23. April 2012, erwarten wir Vorlesebeiträge der Extraklasse! Die Schriftstellerin Barbara Bollwahn („Der Klassenfeind + ich“) gestaltet ein vom Landkreis gefördertes Projekt mit Achtklässlern.
DAS Ereignis für unsere Schulbibliothek ist, dass diese einen Namen bekommt! Sie nennt sich nach dem bekannten Kinder- und Jugendbuchautor „Boris-Pfeiffer-Schulbibliothek“. Der wird an diesem Tag an der Schule zwei Lesungen gestalten: „Die drei??? Kids – In letzter Sekunde“ für die 3./4. Klasse und  für die 5./6. Klasse „Unsichtbar und trotzdem da! – Diebe in der Nacht“. Die Veranstaltung wird gefördert durch den Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Brandenburg e.V. Wir freuen uns sehr auf dieses Ereignis.

 

Ich bin Frau Rahn sehr dankbar, dass sie die Bitte an alle AG-Mitglieder aufgreift und von ihrer Arbeit berichtet. Jetzt ist doch sicher das Eis gebrochen und andere folgen dem Beispiel; GS