Besuch der Leipziger Buchmesse 2012

Der Besuch der Buchmesse als Aktion der Schulbibliothek!

Anka Rahn von der Schulbibliothek der Karl-Sellheim-Schule in Eberswalde hatte diese schöne Idee. Hier ist ihr Bericht und dazu noch originelle Bilder mit Impressionen aus der Messehalle:

Die Leipziger Buchmesse ist immer wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Ein Ort, wo jeder – obwohl als Gruppe gekommen – schnell seine eigenen literarischen Wege geht, um sich dann mit neuen Eindrücken und vollen Taschen zum Erfahrungsaustausch auf ein Käffchen zu finden.

Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben,
das wird die rechte Form dem Geiste geben.
Johann Wolfgang von Goethe

Das Wetter meinte es gut mit uns. Mitte März, strahlender Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen ließen die dreistündige Busfahrt kurz erscheinen. Irgendwann geisterte der „Osterspaziergang“ in meinem Kopf herum. Die Truppe im Bus war bunt gemischt – neugierige und erwartungsfrohe Schülerinnen und Schüler aus den 7. bis 9. Klassen, die meine Kollegin und ich in der Schulbibliothek, bei den Treffen der Schülerzeitungsredaktion und in Klassenleiterstunden angesprochen hatten.  Die Aktion startete erstmalig und sollte den jungen Leuten Neues aus der Welt der Bücher bieten. Die Eindrücke einer Messe waren für die meisten erstmalig, die selbständige Orientierung z.T. auch. In Handyzeiten ist das aber nicht wirklich ein Problem.

„Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben…“ –  Zuerst war der Blick ins Leben dran. Schon auf dem Parkplatz weckten die verkleideten Jugendlichen in ihren Phantasiekostümen die Aufmerksamkeit unserer Schülerschaft. „Wie rennen die denn rum?!“ Leichtes provinzielles Naserümpfen bei einigen Jungs. Rollenspielcharaktere live sieht man bei uns ja eher nur zum Fasching! So schienen diverse Mangafiguren zum Leben erweckt und die Darsteller waren so alt wie unsere Schüler. Rundumstaunen unserer Hasis als immer mehr von diesen Gestalten vor diversen Handys oder dicken Kamerageschossen posierten. Am Eingang wurden Treffpunkt und -zeit verabredet und – Start! Innerhalb von fünf Minuten stand ich inmitten völlig fremder Menschen und konnte meine eigenen Wege gehen. Schön!

Die mitreisenden Lehrerinnen und ich waren neben privatem Interesse an Büchern wieder mal mit selbst gestelltem Bildungsauftrag unterwegs und haben dem Laster gefrönt, als Jäger und Sammler möglichst viel für die Schule einzusammeln: Lesezeichen, Poster, Kataloge, das eine oder andere Material mit Messerabatt. Bei nächsten Mal kommt der Hackenporsche für den Schwertransport mit. Nach vier Stunden trafen wir uns alle wieder, um im Bus den Inhalt der unzähligen Tüten und Taschen, aber auch die aufgenommenen Videos und Handyfotografien zu bewundern. „Gucken Sie mal, gucken Sie mal, das hab ich aufgenommen! Die haben da wirklich getanzt – geil, oder!“ Klar! Weitere schülersche Beutestücke waren diverse Comic-Bände, einer sogar mit gezeichneter Widmung, Kopfbedeckungen mit Öhrchen und eine Menge Krimskrams, den man an den Ständen mitnehmen konnte. „Richtige“ Bücher waren kaum dabei. Trotzdem verbuchen wir einen Erfolg, denn wir bilden uns ein, dass die Schüler das Medium Buch etwas anders betrachten werden als vorher. Immerhin hat das eine eigene riesige Messe! Und ein Comic ist ja auch so was wie ein Buch, wenn auch andersherum zu blättern und mit vielen Bildern. – Die Fans mögen mir verzeihen.

Als der Busfahrer auf Wunsch der jugendlichen Mitreisenden hin auf der Rücktour auch noch ihr Lieblingsrestaurant ansteuerte, war der Ausflug für sie perfekt. Einige Schüler fühlten sich  „wie auf Klassenfahrt“ und wurden zunehmend munterer, im Gegensatz zu ihren sie begleitenden Aufsichtspersonen.  – Fazit: Rundum ein Erfolg mit „Nächstes-Jahr-wieder-Faktor“ und „Bildungsauftrag für die Schüler“ – Blick.

 

 

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