Ist der neue Bundesfreiwilligendienst für Schulbibliotheken nutzbar?

Am 21.11.2011 traf sich wie berichtet die AGSBB zur 7. Veranstaltung am Marie-Curie-Gymnasium Hohen Neuendorf. Sven Radant berichtete dort von den Möglichkeiten, Bufdis an Schulbibliotheken einzusetzen. In seinem Artikel für die  AG stellt er das Wesentliche zusammen:

In Zeiten von bildungspolitischen Einsparmaßnahmen, in denen der Wert einer gut organisierten Schulbibliothek als Grundpfeiler einer Schule verkannt wird, in denen gerade diese nur durch die Mithilfe von „Ehrenamtlichen“ am Leben gehalten werden können, ist der Bundesfreiwilligendienst, den es seit dem 01.07.2011 per Gesetz gibt, die beste Alternative. Die einzige Unterstützung, die man bisher teilweise noch erfahren durfte, war der Einsatz von MAE-Kräften, der am 31.01.2011 per politischen Beschluss wegfällt.

Was macht den „BUFDI“ denn so interessant für Schulbibliotheken? Ganz einfach, Sie haben das erste Mal selbst Einfluss darauf, mit welchen Mitarbeitern Sie künftig arbeiten wollen und das unabhängig vom Alter der Betroffenen. War es bei der MAE-Maßnahme so geregelt, dass die Leute durch den Bildungsträger zugewiesen wurden (und man damit leben musste, wer geschickt wurde), so ist es nun beim Bundesfreiwilligendienst anders. Hier kann man selber werben, sich vorstellen und ein genaues Tätigkeitsfeld beschreiben.  So kann man an diesen wirklich wichtigen Schnittstellen, in den Schulbibliotheken, mit interessierten Menschen zusammenarbeiten, die entweder die Zeit bis zum Studium überbrücken, sich noch nicht zu alt für das Altenteil fühlen oder einfach etwas für die neuen Generationen tun wollen.

Nächster Vorteil sind die Laufzeiten der Verträge, die mindestens ein halbes Jahr, in der Regel ein ganzes Jahr, bis zu 18 Monaten und höchstens 2 Jahre laufen dürfen. Das schafft Planungszeit für beide Seiten. Vielleicht ändert sich auf den politischen Ebenen etwas und man kann diese Leute eventuell auch übernehmen? Diese fühlen sich dann gebraucht und bezahlt. Die Regelarbeitszeit eines „BUFDI“ beträgt max. 20 Stunden die Woche. Während der Vertragslaufzeit wird dieser durch eine zuzuordnende Zentralstelle pädagogisch und weiterbildend betreut. Hierzu ist der „BUFDI“ dann freizustellen.

Ein weiterer wesentlichster Aspekt aber ist, dass so gut wie keine Kosten entstehen. Der Vertrag  wird zwischen dem „BUFDI“ und der Bundesrepublik Deutschland geschlossen, d.h. die Kosten für das Taschengeld in Höhe von max. 330,00 € übernimmt  der Staat.

Ich möchte aber dennoch davor warnen, den „ BUFDI“ als Jobmaschinerie für Schulbibliotheken zu sehen oder als Instrument, diese in den nächsten Jahren ausschließlich durch solche erhalten zu wollen. Dieses würde sehr schnell dem Image der Schulbibliotheken schaden und vor allem den Menschen, die den „BUFDI“ ausüben, nicht gerecht werden. Vielmehr sollte dies als Ergänzung zur vorhandenen Struktur angesehen werden, die vieles bereichern, aber auch weiter entwickeln kann. Sinn und Ziel muss immer noch ein Schulbibliotheksgesetz sein, welches sämtliche Kosten und Personalfragen verbindlich regelt.

Wie kommt man zu einer „BUFDI“ Stelle?

Lassen Sie sich als Einsatzstelle zertifizieren, d.h. füllen Sie die Anträge aus, die eine genaue Arbeitsplatzbeschreibung und Tätigkeitsbeschreibung enthalten. Ordnen Sie sich dann einer Zentralstelle zu. In der Regel erhalten Sie die Zertifizierung im Laufe von 4-6 Wochen und befristet auf ein Jahr, danach und nach nochmaliger Prüfung auch unbefristet. Machen Sie den Vertrag mit dem „BUFDI“, senden diesen an die angegebenen Stellen und schon kann es losgehen.

Sämtliche Informationen finden Sie unter www.bundesfreiwilligendienst.de.

Sven Radant (Schulbibliothek Marie-Curie-Gymnasium Hohen Neuendorf)

 

Die Kommentare sind geschloßen.