Die Bibliothek am Luisenbad

Am 5. September 2011 fand eine weitere Veranstaltung der AG Schulbibliotheken statt, bei der sich Mitglieder gegenseitig besuchen und zu vereinbarten Themen austauschen. Diesmal folgten über zehn Interessierte der Einladung in eine öffentliche Bibliothek in Berlin-Mitte.

Die Bibliothek am Luisenbad ist eine Citybibliothek in Berlin. Sie gehört zu einer Kooperation der Stadtbibliotheken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte, die gemeinsam Projekte organisiert und Dienste anbietet. Untergebracht ist die Bibliothek am Luisenbad in einem denkmalgeschützen Gebäude der ehemaligen Heil- und Badeanstalt „Friedrichs-Gesundbrunnen“, das durch einen modernen, lichtdurchfluteten Anbau erweitert wurde. Die geschickte Verbindung von alter und neuer Architektur verleiht der 1995 fertiggestellten Bücherei einen besonderen Charakter.

Birgit Thomsmeier und Christiane Schliep, Mitarbeiterinnen der Bibliothek am Luisenbad, berichteten von umfangreichen Aktivitäten, um die Bibliothek in die Schule und die Schulkinder in die Bibliothek zu bekommen. Medienkisten werden gepackt und per Bücherbus ausgeliefert, Bibliothekseinführungen für Schulklassen durchgeführt und Aktionen wie das Sprach- und Leseförderprogramm „Kinder werden WortStark“ unterstützt. Im Projekt BibliothekMobil kommen MitarbeiterInnen der Bibliothek in die Schulen, um spielerisch das Interesse der Kinder an Sachbüchern zu wecken. Auch kostenlose Hausaufgabenhilfe in den Nachmittagsstunden bietet die Bücherei.

Eine Besonderheit der Citybibliotheken ist die 2010 gegründete Schulbibliothekarische Kontaktstelle, die von Christiane Schliep geleitet wird. Sie hat das Ziel, Schulen beim Aufbau und Betrieb von Schulbibliotheken zu unterstützen, und bietet dazu fachliche Beratung, Mitarbeit in der Schulbibliothek und sofort ausleihbare Medienpakete an. Mit sieben Schulen gibt es bereits eine Kooperationsvereinbarung.

Die nachfolgende Diskussion zeigte, dass die Angebote der Bibliothek am Luisenbad gern genutzt werden, vor allem von den Grundschulen. Dauerhafte Erfolge seien dann zu verzeichnen, wenn die Bibliotheksnutzung nicht ein einmaliges Ereignis bleibt. Nur eine regelmäßige Arbeit mit Medien würde gewährleisten, dass die Kinder den Umgang mit Büchern und Bibliotheken als selbstverständlich erachten. Die Schulbibliothekarische Kontaktstelle machte die Erfahrung, dass eine Kooperation dann besonders wirkungsvoll ist, wenn die Schulbibliothek vor Ort genügend Ressourcen besitzt: einen geeigneten Raum, Personal, um Öffnungszeiten zu realisieren, und einen pädagogischen Ansprechpartner. So kann das Knowhow der Öffentlichen Bibliothek nutzbringend angewandt werden.

Die Aktivitäten der Bibliothek am Luisenbad bestätigen, wie fruchtbar eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule, Schulbibliothek und Öffentlicher Bibliothek (ÖB) sein kann. Sie hilft den Schulen, ihre Aufgaben zu erfüllen, und eröffnet den ÖBs weitere Betätigungsfelder. Die AGSBB weiß um dieses Potenzial und setzt sich für Kooperationen ein, bei denen die wichtige Rolle der Schulbibliotheken akzeptiert wird.

Dass ohne die Schulbibliotheken nicht viel zu erreichen ist, sieht inzwischen auch der Deutsche Bibliotheksverband dbv so. In einem Interview erklärte Birgit Lücke, neue Vorsitzende der Kommission „Bibliothek und Schule“ des dbv, dass Schulbibliotheken unersetzlich seien und ergänzt: „Innerhalb der Bibliothekswelt sind Schulbibliotheken in den letzten Jahrzehnten leider zunehmend zu Stiefkindern geworden. Öffentliche Bibliotheken begreifen sie zu oft als Konkurrenz im Kampf um knappe Mittel und Nutzer. Dabei können sich öffentliche Bibliothek und Schulbibliothek hervorragend ergänzen – wenn sie einander wahrnehmen und miteinander kooperieren.“ Nachzulesen ist das hier.

Um miteinander zu kooperieren, muss man sich kennen und vertrauen.  Dazu trug der gestrige Besuch in der Bibliothek am Luisenbad auf jeden Fall bei. In diesem Sinne:

Vielen Dank für die schöne Veranstaltung in konstruktiver Atmospäre.

Weitere Informationen zur Bibliothek am Luisenbad finden Sie zum Beispiel hier.

 

 

 

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