Antwort vom Bildungssenator

Zur Diskussion und Ergänzung des Qualitätspakets für die Berliner Schulen war aufgerufen worden. Da durfte die AGSBB nicht fehlen. Wir erhielten sogar eine Antwort.

Sie nimmt Bezug auf  den Vorschlagskatalog Prof. Zöllners als auch auf Punkte aus den ergänzenden Vorschläge der AG. Um es übersichtlich und lesefreundlich zu halten fehlen die Bezugspunkte. Das Qualitätspaket (QP) ist hier als pdf zu finden.

Hier die Ablehnung unserer  Vorschläge:

Sehr geehrter Herr Schlamp, sehr geehrter Herr Wolter,

Herr Senator Zöllner hat mich gebeten, Ihnen und der Arbeitsgemeinschaft der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg für Ihre Vorschläge zum Qualitätspaket (QP) noch einmal persönlich zu danken…

Lassen Sie mich zu den von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen vorab sagen, dass natürlich auch wir die Nutzung von Schulbibliotheken und Schulmediatheken unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei für uns die ganz konkrete Leseförderung. Aus diesem Grund hat Senator Zöllner auch einen Vorschlag „von außen“ aufgenommen, ein Schülermentorenprojekt zu initiieren (Maßnahme 8). Ich hoffe, das findet Ihre Zustimmung.

Gern würde ich auf Ihre per Mail vom 31. Januar 2011 gesendeten Vorschläge im Einzelnen eingehen.

1.
Wir lassen derzeit von Wissenschaftlern Eckpunkte für ein erfolgversprechendes Sprachförderkonzept erarbeiten. Bevor dieses Konzept vorliegt, wollen wir dazu keine weiteren Vorgaben machen. Es kann dann aber gut sein, dass die Arbeit in der Schulbibliothek auch ein Aspekt ist, der für Schulen verbindlich sein sollte.

2.
Mittel zum Ausbau von Schulbibliotheken haben die dafür zuständigen Schulträger (in der Regel die Bezirke) nicht. Angesichts der Haushaltslage halten wir es angesichts des sehr unterschiedlichen Bedarfs an Investitionen in Schulen (z.B. Mensen) für unwahrscheinlich, dass das Abgeordnetenhaus dafür zusätzliche Mittel zur Verfügung stellt.

3.
Schulen verfügen bereits über einen gewissen Anteil an Ermäßigungsstunden für Lehrerinnen und Lehrer, die sie frei einsetzen können. Eine Verteilung für die von Ihnen vorgeschlagenen Projekte steht aus unserer Sicht also nichts im Wege. Zusätzliche Ermäßigungsstunden enthält der vom Abgeordnetenhaus beschlossene Haushalt leider nicht. Ich gehe auch nicht davon aus, dass das Parlament bereit sein wird, unserer Verwaltung dafür mehr Stellen bzw. Geld  zur Verfügung zu stellen.

4.
Bei den Fachcoaches geht es uns im QP um die Verbesserung der Leistungen in den Kernfächern, also den Fachunterricht. Dafür werden wir erhebliche Mittel einsetzen müssen. Das halte ich auch vor dem Hintergrund der z.T. unbefriedigenden Fachleistungen in Berlin – auf die Sie in anderem Zusammenhang berechtigt hinweisen – für vordringlicher als Coaches für die Nutzung der Schulbibliotheken. (??? Völlig unklar, was damit gemeint ist. Jeweils war das keine Forderung;GS) Vieles ist wichtig, aber wir müssen angesichts begrenzter Haushaltsmittel Prioritäten setzen, was nie leicht ist.

5.
PKB-Mittel können bereits heute – soweit sie nicht zur Vertretung eingesetzt werden müssen – für pädagogische Projekte verwendet werden, natürlich auch für die Arbeit der Schulbibliotheken.

6.
Von der Einrichtung einer weiteren Arbeitsgruppe so kurz vor Ende der Legislaturperiode haben wir bewusst abgesehen. Das heißt aber nicht, dass etwas gegen diesen Vorschlag spricht. Er könnte ganz normal auf Arbeitsebene umgesetzt werden.

Soweit. Ich hoffe, Sie unterstützen das endgültige QP von Senator Zöllner und ich konnte Ihnen darlegen, warum wir Ihre Vorschläge nicht in sein QP übernommen haben. Wenn Sie noch Fragen oder Anmerkungen haben, können Sie sich gern an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen