Nochmal: Schulbibliotheken und Berufsvorbereitung(BaCh)

Ich komme noch einmal auf dieses Brandenburger Projekt zurück und kann es etwas präzisieren, da ich an einer Informationsveranstaltung teilgenommen habe.

Es gibt Geld für Förderschulen und Schulen mit gymnasialer Oberstufe, wenn sie Projekte durchführen, die Schüler/-innen bei der Berufswahl oder Studienorientierung unterstützen.

Darin könnte das Modul 1 , „Berufsorientierungsbüro“ für Schulbibliotheken, interessant sein: Ein Informationszentrum für Berufswahl und Studienorientierung.

Da braucht man Bücher, andere Medien, Möbel, Geräteausstattung, Veranstaltungshonorare.

Bis zu 5000 € können aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit zugeschossen werden.

Das Kleingedruckte:

Antragssteller können nur Fördervereine, Schulträger oder andere Institutionen sein, nicht die Schule oder Einzelpersonen. Da das Programm immer nur kurzfristig ausgeschrieben wird (i. d. R. aber immer wieder verlängert wird), ist Eile geboten. Bis 31. 7. 2011 muss alles schon realisiert sein.

51% der Projektkosten müssen auf der Seite des Antragstellers aufgewendet werden, 49% (bis zu 5000€ im Falle des Moduls 1 werden  von LASA bzw. Arbeitsagentur dazugegeben.

Es ist ein bisschen Bürokratie dabei, aber die netten Damen bei LASA helfen gerne, auch telefonisch.

Warum ich darauf zurückkomme: Wenn eine Lehrkraft zur Einrichtung eines Infopunktes „Berufsorientierung“ in der Schulmediothek 4 Arbeitstage, d. h. 32 Stunden, aufwendet zur Beschaffung von Büchern und anderen Medien, zum Möbel- und Geräteeinkauf, kann das mit 768 € angerechnet und mit 737 € (49%) bezuschusst werden.

Der Wert der Lehrerstunde errechnet sich nach einer Gehaltstabelle des MBJS (ca. 24€/Std.) Die Schulleitung muss lediglich bescheinigen, dass so viel Zeit aufgewandt wurde. Wenn der Förderverein oder die örtliche Sparkasse noch 300 € drauflegen, können ca. 1000€ ausgegeben werden.

Eine ketzerische Anmerkung: Vielleicht kann man den Schulen Brandenburgs auch die Bedürftigkeit der Schüler-(Landes-)BAföG-Empfänger zuerkennen. Die erhalten bis zum Abitur ca. 2000€. Ganz ohne Aufwand für Interessensbekundung, Einverständniserklärung, Bestätigungserklärung, Angebotseinholung,   Finanzplanaufstellung, Abrechnungstabelle, Ausgabennachweis.

Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als ständig auf der suche nach Projekten wie diesem zu sein, um für Schulbibliotheken etwas zu erreichen. Mit etwas Erfahrung und routine fällt dann auch das Procedere immer leichter.

Natürlich kann man sich auch eine Bildungspolitik und Schulverwaltung vorstellen, die ihren Schulen von vornherein die Mittel zur Verfügung stellt, die die für eine gute Bildung und Ausbildung brauchen.

Wie machen das eigentlich die Staaten, die ihren Schulbibliotheken jährlich (ohne Personalkosten)  zwischen 1000 und 10000 € geben?