BRB: DDR-Geschichte ab Kl. 7. Ein Thema für Schulbibliotheken!

Bisher stand die „DDR“ in Klasse 10 auf dem Stundenplan, ganz am Schluss und mit drei Stunden, die häufig noch wegfielen, weil das Schuljahr schon mit den vorhergehenden Themen ausgefüllt war.

Warum man die KMK braucht, um mehr DDR in der Mittelstufe zu unterrichten, wie Bildungsminister Rupprecht erklärt, verstehe ich auf den ersten Blick nicht. Vielleicht erklärt es mir jemand.

Es könnte sich jetzt für Sek-I-Schulbibliotheken lohnen, einen Beitrag zu leisten.

Die Landesregierung hat m. W. den Schulen bisher und auch nicht zum 20 . Jahrestag des Endes der SED-Diktatur ein Medienpaket zur Verfügung gestellt. Die Brandenburger Landeszentrale für politische Bildung auch nicht. Sie soll sich laut SPD-Regierungsprogramm zukünftig auch auf den Nationalsozialismus konzentrieren. Aus dem LISUM kenne ich eine Unterrichtsreihe für einen Cineastenkurs in der Oberstufe mit DEFA-Filmen und Referatsvorschläge wie: „Vergleich der Frauenemanzipation in DDR und BRD“ oder „Umgang mit dem Nationalsozialismus in BRD und DDR. Einseitigkeiten auf beiden Seiten auf beiden Seiten?“ In der Brandenburger Lehrerausbildung, so hörte ich von einem Historiker, käme sie auch nicht nennenswert vor.

Zwei Tipps:

Die Landeszentrale für politische Bildung(!) von Baden-Württemberg hat eine ausgezeichnete Internetplattform:

In Hessen hat das Kultusministerium eine Literaturliste in seinem Amtsblatt veröffentlicht und stellt die dazugehörige Bücher- und Medienkiste („Ampelmännchen und Todesschüsse“) den Schulen (Kl. 9-11) in 13 Exemplaren zur Ausleihe zur Verfügung. Dazu gibt es die kommentierte Literaturliste, eine Lehrerhandreichung und eine Übersicht in Mindmap-Form. Die Zusammenstellung enthält Nachschlagewerke, Monographien (Jeans, Schule), erzählende Literatur, z. T. in Mehrfachexemplaren, sowie DVDs und Audiobeiträge. Manches ist auch schon vor der 9. Klasse verwendbar.

(Na ja, Wessis. Die haben sich ja nie für die Deutschen in der DDR interessiert oder, wenn sie es doch tun, reden sie über etwas, von dem sie keine Ahnung haben. Das sind die beiden meistgehörten Sätze in Veranstaltungen, an denen ich in den letzten drei Jahren Berlin und Potsdam teilgenommen habe.)

Nachtrag: Dank der Kooperation mit der Zeitschrift „Horch und Guck“, die sich das Ziel einer kritischen Aufarbeitung der DDR-Historie zum Ziel gesetzt hat, kann die AG Gratisabonnements an Schulbibliotheken vermitteln. Genaue Lieferadresse und Ansprechpartner mit Mail/Telefon an benn.roolf (at) horch-und-guck.info. Ca. 80 Abos wurden bisher vermittelt.