BRB:Schulbibliotheken statt Schüler-BaföG?

„Die für den Staat am wenigsten anstrengende, aber auch ineffizienteste Methode ist, einfach mehr Geld auszuschütten. Damit weiß ich aber überhaupt noch nicht, ob die Kinder tatsächlich davon profitieren.“ Das sagt Bundesarbeitsministerin von Leyen.

Brandenburg zahlt 4000 Abiturienten aus einkommenschwachen Familien 1 Million, anwachsend auf 6 Millionen laut PNN, Schüler-BaföG genannt. Esw sollen monatlich 100 € ausgezahlt werden. Kaufen sollen die Schüler/innen z. B. Bücher und Laptops, aber auch Kinokarten. Ein Nachweis muss nicht erbracht werden.

Von der Landesschülervertretung musste sich die SPD anhören, es sei naiv zu glauben, das Geld würde für die Bildung ausgegeben..

Warum finanziert die Landesregierung nicht Schulbibliotheken?

Die hätten Bücher und Laptops. Und wenn nicht nur Abiturienten aus einkommensschwachen Familien davon profitierten, wäre das auch nicht falsch.

Die hätten Bücher und Laptops. Und wenn nicht nur Abiturienten aus einkommensschwachen Familien davon profitierten, wäre das auch nicht falsch. Dann hätten sogar alle Schüler/innen etwas davon.

Was könnte man mit 6 Millionen alles machen!

  • Jährlich 10000€ für jede Sekundarstufenschule, 5000€ für jede Grundschule! Dieses Gießkannenverfahren wäre m. E. noch nicht einmal die beste Lösung.
  • Man könnte den Schulträgern die Mittel zur Verfügung stellen.
  • Man könnte die Schulen auffordern, Mittel für Bibliotheksprojekte zu beantragen.
  • Man könnte eine Landeszentrale für Schulbibliotheken als Supportzentrum einrichten.
  • Man könnte damit ca. 3 Anrechnungsstunden pro Schule für die Bibliothek vergeben.
  • Man könnte jedem Landkreis einen Zuschuss für eine SBA geben.
  • Man könnte pädagogische Assistent/innen einstellen.
  • Man könnte…
(Die Zahlen sind nur grob überschlagen.)

Aber wer investiert schon in die Infrastruktur? Der Bund gibt ja auch lieber Geld für Musikschulgebühren aus, statt in den Musikunterricht der Schulen zu investieren.

Die Landtagsfraktion der Partei „Die Linke“ antwortet mir, dass sie sich nun mal so entschieden hätten. Sie würden darauf zurückkommen, wenn Geld da wäre. (Kurz nach Verabschiedung des bundesweit einmaligen Schüler-BaföG erließ der linke Finanzminister eine Haushaltssperre!)

Die FDP hatte schon vorher in einer Anfrage die Landesregierung nach Schulbibliotheken gefragt und bekam die zu erwartenden Antworten.

Marie Luise von Halem, stellv. Vorsitzende und parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag, antwortet ausführlich und benennt die bildungspolitischen Initiativen der Brandenburger Grünen:

„… Es ist Ihnen wohl nicht entgangen, dass auch ich mich deutlich gegen die Einführung des sogenannten Schüler-BaföGs ausgesprochen habe. Mal ganz abgesehen von den Bedenken, ob denn diese Zahlen auf die HartzIV-Bezüge angerechnet würden oder nicht, halte ich es auch aus einem anderen Grund für nicht zielführend – solange zumindest das Ziel sein soll, mehr Chancengerechtigkeit im Bildungswesen zu erreichen: Es setzt viel zu spät ein! Soziale Segregation passiert früher. Kinder aus den ‚bildungsfernen Haushalten‘, die es bis zur Oberstufe geschafft haben, die schaffen auch das Abitur ohne Schülerbafög. Eine Förderung mit dem Ziel eines besseren sozialen Ausgleichs müsste sehr viel früher ansetzen, in der Kita, in der Grundschule, und sie müsste sich auf eine bessere Qualität des Unterrichtes beziehen. Soweit bin ich Ihrer Meinung.

Die aus meiner Sicht wichtigsten kleinteiligen Schritte auf dem Weg zu mehr Qualität in der Bildung habe ich auf der letzten Plenarsitzung
beantragt: Mehr Anrechnungsstunden für die Schulpools, eigenständige Fortbildungsetats für die Schulen, Reduzierung der max. Klassenstärke auf 28 SchülerInnen und Erhöhung der Vertretungsreserve von 3 auf 5%.

Alle diese Maßnahmen hätten zusammen ca. 26 Mio gekostet – weniger Geld, als die Landesregierung durch die Streichungen bei den Lehrer-Planstellen in der letzten Zeit erwirtschaftet hat. Leider habe ich mit meinem Anliegen Schiffbruch erlitten. (Der vollständige Antrag)

Ich schreibe Ihnen das, weil ich weiterhin der Meinung bin, dass – angesichts der schmalen Mittel – Investition in das Lehrpersonal Priorität hat. Nur mit gut ausgebildeteten Lehrerinnen und Lehrern werden wir den Unterricht verbessern können. Und damit Lehrerinnen und Lehrer sich besser fortbilden können, sich auch mal Gedanken über pädagogische Strukturen und Maßnahmen zu deren Verbesserung machen können, müssen wir ihnen ein bisschen Freiräume geben….

(Und dass die 5 Mio für das Schüler-BaföG zur Verfügung stehen, wenn denn das Schüler-BaföG in das dünne Eis einbricht, auf dem es jetzt schlittert, das wage ich noch zu bezweifeln!)

Nichtsdestotrotz habe ich viel Sympathie für Ihr Anliegen und teile Ihre Einschätzung, dass Lesefähigkeit die Kernkompetenz für bessere Bildung ist. Gibt es andere Wege, sie zu befördern? Eigentlich ist die Ausstattung der Bibliotheken ja auch Sache der Schulträger….“