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DDR-Aufarbeitung

Westberliner Jugendliche für Theaterprojekt gesucht

BerlinGute Idee: Vorbereitung auf das Jubiläum 25 Jahre Mauerfall

Jugendliche und junge Erwachsene erzählen oft, dass die ganze Ossie-Wessi-Diskussion nichts mehr mit ihnen zu tun habe. Schließlich seien sie erst nach der Wende geboren worden. Aber ist das wirklich so? Spielt es heutzutage keine Rolle mehr, wo man aufgewachsen ist?

Ein Theaterprojekt will genau das thematisieren, indem es Jugendliche, deren Eltern in der DDR bzw. im Westteil Berlins lebten, zusammenbringt. Gemeinsam wollen sie über diese Frage diskutieren, ein Theaterstück entwickeln und es zum 25. Jahrestag des Mauerfalls auf die Bühne bringen.

Noch gibt es freie Plätze für dieses Projekt. Gesucht werden insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, deren Eltern aus Westberlin stammen.

Eine der Projektleiterinnen sprach Vorstandsmitglieder der AGSBB auf dem Workshop “Bibliotheken als Lernorte” an und fragte, ob über die Schulbibliotheken Interessenten gefunden werden könnten. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich, da viele Schulbibliotheken gute Kontakte zu engagierten SchülerInnen und LehrerInnen haben.

Wenn Sie also Jugendliche kennen, die vielleicht Lust haben, an einem solchem Projekt teilzunehmen, dann teilen Sie ihnen bitte die folgenden Kontaktmöglichkeiten zur Projektleitung mit:

Doreen Schindler, Theaterpädagogin und Expertin für interkulturelle Arbeit:
doreen.schindler@oekolea.de

Charlotte Besserer, Musiklehrerin und Spielleiterin:
mail@charlotte-be.de

Im Übrigen: Der Gedanke, schon jetzt die Vorbereitung für ein Projekt zum Mauerfall-Jubiläum zu starten, ist sicher auch für Schulbibliotheken interessant. Was haben Sie vor?

DDR-Aufarbeitung: Was können Schulbibliotheken dazu beitragen?

Als wir für den 4. Schulbibliothekstag die Seminare und Workshops zusammenstellten, wagte ich, dieses Thema vorzuschlagen. Ich bin davon überzeugt, dass eine gute Schulbibliothek Medien dazu erschließen muss: Belletristik und Sachbücher, CDs und DVDs, Internetadressen. Als Ergänzung zu den umfangreichen Medien- und Materialkoffern, die man beim LISUM oder anderswo ordern kann. Medien, die aufgeschlossene Schüler/-innen beim Stöbern finden oder für Referate benutzen können oder Lehrkräfte im Unterricht und sich nicht erst lange auf die Suche begeben zu müssen.

Jeder aufmerksame Zeitungleser hätte mir vorausgesagt, dass das schiefgeht. Berlin und Brandenburg haben sicherheitshalber an der Geschichtswissenumfrage von Prof. Klaus Schroeder nicht teilgenommen.

Das B-Seminar habe ich also abgesagt, das A-Seminar ist im niedrigen einstelligen Bereich. Der Referent, Dr. Hüttmann, Leiter der schulischen Bildung der Stiftung Aufarbeitung, kommt, auf meine Bitte hin, auf jeden Fall. Er ist in der Lage sowohl für den Grundschul- als auch den Sekundarstufenbereich Erfahrungen mit den Medien der Stiftung zu berichten und bringt Medien mit.

Ich würde mich freuen, wenn vielleicht doch noch ein paar Interessenten mehr die Gelegenheit nutzen, aus erster Hand Anregungen zu bekommen.

Gratisabonnement von “Horch und Guck” an AGSBB-Schulbibliotheken

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung

Im Volksmund hieß die Stasi “Horch und Guck” – nach dem Zusammenbruch der DDR gründeten ehemalige Bürgerrechtler die gleichnamige Zeitschrift, die sich fortan mit der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit beschäftigte. Heute ist HORCH UND GUCK die einzige überregionale Geschichtszeitschrift, die sich auf das Thema “Aufarbeitung der SED-Diktatur” spezialisiert hat.

HORCH UND GUCK erscheint vierteljährlich mit wechselnden Themenschwerpunkten, u.a. waren dies Themen wie Medien, Recht und Gerechtigkeit, Mode, Schulkonflikte, Wirtschaft, Wehrdienst/NVA, Bausoldaten, Jugendopposition in der DDR. Die Themenschwerpunkte der nächsten Hefte sind:
Sperrgebiet – Grenzfälle nach dem Mauerbau (März 2011)
Sozialistisch Lernen – Die Erziehungs- und Fürsorgediktatur in der DDR (Juni 2011)
Abgeschrieben im sozialen Märchenland – Armut in der DDR (September 2011)

In jedem Heft gibt es außerdem Buchbesprechungen und die Diskussion aktueller Themen.

Die Redaktion bietet an, den Schulbibliotheken, die die AGSBB benennt, „Horch und Guck“ kostenlos zuzusenden. Wir haben zugesichert, dass die Zeitschrift in diesen Schulbibliotheken gelesen und im Unterricht genutzt wird.

Bei Interesse lassen Sie uns bitte folgende Angaben zukommen:

Postalische Schuladresse und Nennung eines Ansprechpartners mit Mailadresse und Telefonnummer.
Der Versand erfolgt an die Schuladresse, Unterzeile: Schulbibliothek.

Antragstellung ausschließlich per eMail an Günter Schlamp, gs@schulbibliotheken.de bis 28.2.2011. (Siehe Kommentar!)

Ich bin selbst Fan dieser Zeitschrift und freue mich über das Angebot.

Den Schulbibliotheken, die berichten, wie „Horch und Guck“ genutzt wird, wird als kleines Dankeschön eine DVD aus dem Angebot der Stiftung Aufarbeitung, z. B. „Jugendopposition in der DDR“, zugeschickt werden.

BRB: DDR-Geschichte ab Kl. 7. Ein Thema für Schulbibliotheken!

Bisher stand die “DDR” in Klasse 10 auf dem Stundenplan, ganz am Schluss und mit drei Stunden, die häufig noch wegfielen, weil das Schuljahr schon mit den vorhergehenden Themen ausgefüllt war.

Warum man die KMK braucht, um mehr DDR in der Mittelstufe zu unterrichten, wie Bildungsminister Rupprecht erklärt, verstehe ich auf den ersten Blick nicht. Vielleicht erklärt es mir jemand.

Es könnte sich jetzt für Sek-I-Schulbibliotheken lohnen, einen Beitrag zu leisten.

Die Landesregierung hat m. W. den Schulen bisher und auch nicht zum 20 . Jahrestag des Endes der SED-Diktatur ein Medienpaket zur Verfügung gestellt. Die Brandenburger Landeszentrale für politische Bildung auch nicht. Sie soll sich laut SPD-Regierungsprogramm zukünftig auch auf den Nationalsozialismus konzentrieren. Aus dem LISUM kenne ich eine Unterrichtsreihe für einen Cineastenkurs in der Oberstufe mit DEFA-Filmen und Referatsvorschläge wie: “Vergleich der Frauenemanzipation in DDR und BRD” oder “Umgang mit dem Nationalsozialismus in BRD und DDR. Einseitigkeiten auf beiden Seiten auf beiden Seiten?” In der Brandenburger Lehrerausbildung, so hörte ich von einem Historiker, käme sie auch nicht nennenswert vor.

Zwei Tipps:

Die Landeszentrale für politische Bildung(!) von Baden-Württemberg hat eine ausgezeichnete Internetplattform:

In Hessen hat das Kultusministerium eine Literaturliste in seinem Amtsblatt veröffentlicht und stellt die dazugehörige Bücher- und Medienkiste (“Ampelmännchen und Todesschüsse”) den Schulen (Kl. 9-11) in 13 Exemplaren zur Ausleihe zur Verfügung. Dazu gibt es die kommentierte Literaturliste, eine Lehrerhandreichung und eine Übersicht in Mindmap-Form. Die Zusammenstellung enthält Nachschlagewerke, Monographien (Jeans, Schule), erzählende Literatur, z. T. in Mehrfachexemplaren, sowie DVDs und Audiobeiträge. Manches ist auch schon vor der 9. Klasse verwendbar.

(Na ja, Wessis. Die haben sich ja nie für die Deutschen in der DDR interessiert oder, wenn sie es doch tun, reden sie über etwas, von dem sie keine Ahnung haben. Das sind die beiden meistgehörten Sätze in Veranstaltungen, an denen ich in den letzten drei Jahren Berlin und Potsdam teilgenommen habe.)

Nachtrag: Dank der Kooperation mit der Zeitschrift “Horch und Guck”, die sich das Ziel einer kritischen Aufarbeitung der DDR-Historie zum Ziel gesetzt hat, kann die AG Gratisabonnements an Schulbibliotheken vermitteln. Genaue Lieferadresse und Ansprechpartner mit Mail/Telefon an benn.roolf (at) horch-und-guck.info. Ca. 80 Abos wurden bisher vermittelt.