Eigentlich ist es sehr traurig, was man da zu lesen bekommt und
zugleich beschämend für die Bildungspolitik.Man beauftragt
Wissenschaftler damit etwas zu ergründen, was eigentlich auf der Hand
liegt, mehrfach angesprochen und untermauert wurde und will sich solange
nicht dazu äußern, bis das Projekt vorliegt. Das lässt den Verdacht
aufkommen, dass man noch gar keine Erkenntnisse hat und dafür viel Geld
ausgibt.
Man unterstützt uns in keinster Weise und erwartet aber im Gegenzug
die Unterstüzung des Schulsenators. Hier haben die Entscheidungsträger
wahrscheinlich den Sinn des Ganzen nicht verstanden. Die Schulbibliothek
in den Unterricht einzubeziehen ist kein Kann, sondern ein Muss wenn
man Lese- und Organisationskompetenzen fördern will. Warum wird man erst
nach jeder PISA Studie wach und schläft vor dem Ende jeder
Legislaturperiode wieder ein?
Nach dem Lesen der Antwort hat sich für mich leider der Verdacht
bestätigt, dass man nur gewillt ist etwas zu tun, wenn es in das
politische Kalkül passt oder es opportun erscheint. Das ist ein Schlag
ins Gesicht für jeden ehrenamtlichen Betreuer, Helfer und Lehrer, die
viel Zeit und vor allem auch FREIZEIT opfern, um den Schülern
interessante Angebote zu unterbreiten, Wissen und Kompetenzen
vermitteln, Lesen,Medien und Lernen miteinander verknüpfen. So, wie wir
jeden Tag und jede Woche darum kämpfen unsere Bibliothek am Leben und
geöffnet zu halten und das mit freiwilligen Eltern,so kämpfen viele
andere Bibliotheken auch jeden Tag und motivieren sich selbst, um dann
solch eine Antwort vom Bildungssenator zu erhalten.
Man lässt uns also wieder einmal im Regen stehen, wie schon so oft.
Die sich nun stellende Frage ist, wann die Herren Politiker endlich
begreifen, dass sie in die Bildung ihrer künftigen Wähler investieren
sollten.
Ein altes Indianersprichwort sagt:
Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluß vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
daß man Geld nicht essen kann.‘‘
Ich würde das gerne mal umschreiben und es sei mir bitte verziehen:
Erst wenn auch der letzte " Freiwillige" ( Ehrenamtliche, Bibliothekare, Lehrer ect.) vertrieben wurde,
die letzten Bücher vergilbt und eingestaubt sind,
es keine Kompetenzen mehr gibt und keiner mehr lesen kann,
werdet auch Ihr feststellen,
dass Eure Politik versagt hat."