Pressemitteilung der AGSBB e.V. zur Fachtagung Schulbibliotheken

Fachtagung greift langjährige Ideen der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken auf

Expert*innen und Politiker*innen drängen im Abgeordneten­haus auf die Umsetzung der Koalitionsvereinbarung

Soviel Einigkeit gibt es im Abgeordnetenhaus selten wie bei der Fachta­gung „Schulbi­bliotheken – Heute und Morgen“, zu der Regina Kittler, kultur- und bildungspolitische Spreche­rin der Fraktion DIE LINKE Fachleute aus dem Schulbi­bliothekswesen eingeladen hat.

Konsens unter allen Anwesenden war, dass die Einrichtung von Schulbibliothe­ken und die Verstetigung bestehender Angebote in Berlin dringend erforderlich sind.

Diesen Appell richteten Vertreter*innen der AGSBB e.V., der öffentlichen Biblio­theken sowie El­tern-, Schulleiter- und Schülervertreter am Mittwochabend an die Regierung.

60% der Berliner Schulen verfügen über eine Schulbibliothek, eine erstaunliche Zahl, bedenkt man, dass Schulbibliotheken keine öffentliche Zuwendung erhal­ten. Und das, obwohl dort unverzichtbare pädagogische Arbeit geleistet wird.

Dies ist nur möglich, weil sich viele dieser Schulbibliotheken in der AGSBB e.V. zu­sammengeschlossen haben. Victor Wolter, der ehemalige Vorsitzende dieses Schul­bibliotheksnetzwerks, beeindruckte u.a. mit der Darstellung der großen Angebotsviel­falt der Schul­bibliotheken: Sie sind Raum für Unterricht, Veranstal­tungsorte, geben Lernwerk­stätten einen Raum, dienen als schulisches Service­zentrum und nicht zuletzt als Wohl­fühloase der Schule. So fördern sie insbeson­dere in den Bereichen Medien­bildung, Sprachbil­dung und Leseförderung die Kompetenzentwicklung von Schüler*in­nen und Lehrer*in­nen.

So beeindruckend die Ergebnisse der Arbeit von Schulbibliotheken auf der ei­nen Seite sind, so niederschmetternd sind auf der anderen Seite die Bedingungen, unter denen die­se Arbeit geleistet wird: Die Zahl der unterschiedlichen Be­schäftigungsverhältnisse ist fast so groß wie die Zahl der Schulbibliotheken: Eh­renamtliche, BuFDi’s, Honorar­kräfte sowie Teilnehmer*innen wechselnder, vom Jobcenter aufgelegter Maßnahmen leis­ten hier Medienbildung. In der AGSBB, dem selbstorganisierten Netz­werk der Schulbi­bliotheken, finden sie oft den einzi­gen Ansprechpartner, z.B. bei fach­lichen Fra­gen. Die AGSBB ist auch die einzige Kraft, die auf dieses bildungspolitische Dilem­ma immer wieder hinweist: Die zentrale Bildungsaufgabe des 21. Jahrhunderts, die Ver­mittlung von Medien- und Informationskompetenz wird durch das Engagement von Men­schen in prekären, befristeten Arbeitsverhältnissen, geleistet – ein Dilemma, das schnellstens beendet werden muss, so Fr. Kittler.

Soll das Gestaltungspotential von Schulbibliotheken für pädagogisches Ar­beiten ge­nutzt werden, muss die Senatsbildungsverwaltung Schulbibliothe­ken als unverzichtbar­en Teil von Schule anerkennen und die Verantwortung dafür überneh­men. Das bedeutet, und da war Fr. Kittler mit den Anwesenden ei­nig, dass Schulbi­bliotheken auch im Stellenplan aufgeführt und perspektivisch im Schulgesetz veran­kert wer­den. Aber dass die Schaffung angemessen finan­zierter, unbefristeter Stellen alleine nicht aus­reicht, um Schulbibliotheken profes­sionell zu entwickeln wurde schnell deut­lich. Um Standards für die Arbeit zu entwickeln und zu etablieren, Schulbibliothe­ken in den Sozi­alraum zu öffnen und zu attraktiven Kooperationspartnern für die öf­fentlichen Bibliothe­ken zu machen ist die Entwicklung einer bezirklichen und überbe­zirklichen Struktur von Kompe­tenzzentren notwendig. Gute Beispiele dafür finden sich bereits in Mitte und Treptow-Köpenick.

Am Ende der Diskussion, an der sich die Senatsschulverwaltung nicht beteiligt hat, be­tonte Fr. Kittler die Notwendigkeit von Schulbibliotheken als Partner für die nachhal­tige Entwicklung von Medien- und Informationskompetenz an Schu­len. Sie sagte zu, dass neben den im Koalitionsvertrag zugesagten Haushaltsmitteln für die Finanzie­rung von Schulbibliotheken auch Mittel aus dem Digital­pakt bereit gestellt werden. Da­für hat sich auch Bildungsstaatssekretär Mark Rackles bei einer anderen Veranstal­tung ausge­sprochen. Fr. Kittler sagte zu, dass es nicht bei „warmen Worten“ bleiben wird – wir nehmen sie beim Wort!

 

Weitere Informationen über die Arbeit der AGSBB e.V. finden Sie unter http://schulbi­bliotheken-berlin-brandenburg.de

Weitere Informationen zur Fachtagung erhalten Sie unter https://dielinke.berlin/nc/start/termine/detail/news/fachtagung-schulbibliotheken-heute-und-morgen

Pressekontakt

Ansprechpartnerin: Vorstand der AGSBB e.V.

Organisation: AGSBB e.V.

Adresse: c/o Simone Frübing, Am Krusenick 18, 12555 Berlin

E-Mail-Adresse: vorstand@agsbb.de

Internet: http://schulbi­bliotheken-berlin-brandenburg.de