Fachtagung Bibliotheken am 10. 1.2019

Am 10./11. Januar 2019 tagte die dbv-Kommission Bibliothek und Schule im DIPF in Berlin, Warschauer Straße. Im Dezember kam an den Vorstand der AGSBB die Einladung zur Fachtagung BIBLIOTHEKEN FÜR ALLE – „ich bibliotheke, du bibliothekst, wir bibliotheken!“ Die Entscheidung für eine Teilnahme fiel in diesem Fall leicht, weil beide Veranstaltungen in einer Stadt stattfanden.

In der dritten Veranstaltung der Linksfraktion zur ZUKUNFT DER BIBLIOTHEKEN sollten die vielfältigen und unterschiedlichen Ansprüche an die öffentlichen Bibliotheken in den Blick genommen werden.

Auf der Einladung heißt es:

„Bibliotheken haben schon jetzt viel mehr zu bieten als Buchbeschaffung und Ausleihe. Sie sind unverzichtbare Bildungs- und Kultureinrichtungen. Neben dem Gewohnten bieten Sie freien Internetzugang, kooperieren mit Kindergärten und Schulen, veranstalten Lesungen und Ausstellungen, bieten den Raum für Diskussionen.

Sie sind die Orte, an denen Lesende und Lernende finden, was sie suchen, an denen sie angeregt werden, weiter zu stöbern und ihren Horizont zu erweitern. Seit einiger Zeit werden Bibliotheken als DRITTE ORTE bezeichnet. Was ist damit gemeint? Wie offen sind sie? Wie können sie die Teilhabe aller noch besser gewährleisten?“

Regina Kittler, kultur- und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion Berlin lud Fachleute aus dem Bibliothekswesen ein, ihre Erfahrungen und Ideen dazu vorzustellen und diese gemeinsam mit Nutzer*innen zu diskutieren. Und die Leute kamen zahlreich! Der große Saal war voll und man sah neben den Leitern von Stadtbibliotheken und Vertretern des Deutschen Bibliotheksverbandes, Landesverband Berlin, auch die zwei Mitarbeiter des Staatssekretärs und Bürgerinnen und Bürger von Fördervereinen sowie Mitglieder der Fraktionen und Abgeordnete der Bezirksverordnetenversammlungen. Es trafen sich Fachkollegen aus den Stadtbezirksbibliotheken und der ZLB genauso wie von der FH Potsdam und der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken in Brandenburg.

Zum Programm:

Nach einer kurzen Einleitung startete Dr. Torsten Wöhlert, Staatssekretär für Kultur mit dem Thema „Ansprüche und Perspektiven“. 81 Bibliotheken in 12 Berliner Bezirken schaffen weiße Flecke auf der Landkarte ohne Bibliotheksgrundversorgung. Orte in Brandenburg wie Falkensee oder Kleinmachnow sind da besser ausgestattet mit ca. 20000 Einwohnern. Bücherbusse unterstützen. Bibliotheksentwicklungsplanung ist notwendig, Schul-(bibliotheks)-entwicklungsplanung gibt es wenigstens. Zielsetzung sind Experten des Raumes, Anpassung an Zielgruppen, Integrationslotsen und Quartiersexperten, wo auch Kiezbibliotheken ihre Aufgabe haben. Es ging um Raum- und Personalfragen und die professionelle Begleitung und Entwicklung des Bibliotheksentwicklungsplanes und das Erweitern von Horizonten.

Danilo Vetter, Leiter der Stadtbibliothek Pankow hielt den Vortrag „Horizonte erweitern“. Es ging um den Ort mit 98% Aufenthaltsqualität, um den Treffpunkt und den Kommunikationsort. Es ging um gute Beispiele in Berlin, die da sind! Es ging um das Wohnzimmer! und das 2. Zuhause und darum, dass die Diskussion um die Bibliothek als Dritten Ort seit dreißig Jahren bereits geführt wird.

Wir hörten weiter von Danilo Vetter über die Angebote der ZLB notwendiger Ausbildung. Er sprach von lebendigen Orten, von Integrationslotsen für die Community, von einem fantastischem Team, den Aktivitäten zum Wohlfühlort Bibliothek und von Partizipation, der auch die Gehälter von Mitarbeitern angepasst und der Zugang zu neuen Berufsgruppen und der Weg über Weiterbildung neue Türen in den Bibliotheken geöffnet werden müssen. ….

Es folgten Vorträge von Kathrin Hartmann vom Deutschen Bibliotheksverband „Hemmschwellen überwinden“ und von Dr. Lea Hartung aus der ZLB zu den Community-Projekten der ZLB „Mitreden und Mitmachen“ und als Beispiele der englische Vortrag von Muhannad Qaiconie „Mehrsprachig und interkulturell“ über Baynatna, die Arabische Bibliothek in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB).

Nach einer Pause folgte die Diskussion und ein Ausblick.

Danilo Vetter sagte: „Er wünscht sich Personal, Zeit, Wissen und Menschen mit Liebe zum Beruf!“ und weiter…

Wir müssen einander mehr zuhören, zuhören, ja zuhören!“ Der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung für das, was andere tun, kann in den Bibliotheken so deutlich sichtbar und sichtbarer werden. Wunderbare Beispiele, vielen Dank! Außerdem fehlt Geld, besonders auch Geld für die Bezirke, die Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für die Bibliotheken sowie eine gute Schatzkiste für Angebote der Fortbildung, Ausbildung und Weiterbildung für die Menschen, die in Bibliotheken auch mit Menschen und Dingen arbeiten.

Ich freue mich auf das Nachlesen der Vorträge und weitere Gespräche. Es war so ein Abend, wo man voller Freude und vieler guter Eindrücke und Momente über eine Stunde noch nach Köpenick nach Hause fährt.

Das war insgesamt eine sehr interessante Veranstaltung, über die man noch lange reden wird und muss. Vielen herzlichen Dank!

Ein Zitat aus der Präsentation von der 1. Veranstaltung am 5. März 2018  von Volker Heller/Danilo Vetter auf Seite 17:

Wa s  d u  m i r  s a g s t , d a s
v e r g e s s e   i c h .
Wa s   d u   m i r   z e i g s t , d a r a n
e r i n n e r e     i c h        m i c h .
Wa s    d u        m i c h    t u n        l ä s s t ,    d a s
v e r s t e h e          i c h .
(von K o n f u z i u s)