70. Geburtstag einer Schulbibliothek in Rahnsdorf

Schulbibliothek in Berlin-Rahnsdorf wird 70!

Treptow-Köpenick

Drei Bewerbungen zum Wettbewerb „Berliner Schulbibliothek des Jahres 2011, 2013 und 2017″ zeigen eine Entwicklung in der Schulbibliothek, die zu den besten in der Stadt gehört.

Hier einige Zahlen von 2017:

Gesamtentleihungen:  12637 ME davon 9924 Bücher

Gesamtbestand: 11931 ME

Nutzer der Bibliothek: 506 davon 458 Schüler (216 Jungen und 242 Mädchen)

Leseförderung:

81 geplante Aktionen mit 1233 Kindern

618 Unterrichtsbesuche mit 8217 Schülern ohne Aufsicht einer Lehrkraft

64 Gruppenbesuche mit 1123 Schülern mit Aufsicht Lehrkraft oder Erzieher

 Jede Kitagruppe in der Gegend kennt die Bibliothek und die Erstklässler werden in jedem Schuljahr mit einem Programm angelehnt an „wortstark“ aus Friedrichshain-Kreuzberg in die Bibliotheksnutzung eingeführt. Schulbibliothek gehört zum Lernalltag jedes Kindes an dieser Schule dazu.

Diese Zahlen sind Spitze und sprechen für sich! Die Schulbibliothek ist außer in den Ferien 5 Tage in der Woche geöffnet!

Wunsch der Schulleitung ist es, Herrn Mertin endlich finanzieren zu können.

Herr Mertin wird jetzt 46 Jahre alt und kann noch viele Jahre diese Schulbibliothek betreuen. Er ist seit 11 Jahren für diese Schulbibliothek verantwortlich.

Die Präsentation vom letzten Wettbewerb findet man hier:Präsentation-Schule-an-den-Püttbergen-2017

Lesen Sie seinen Rückblick:

 

Die Kinderbibliothek Rahnsdorf im 70. Jahr ihrer Eröffnung

Zum Schuljahr 1948/ 1949 wurde die Kinderbibliothek Rahnsdorf als Einrichtung der Stadtbibliothek Köpenick neu eröffnet.

Dieses Jubiläum möchte ich zum Anlass nehmen einen persönlichen Rückblick, aber auch Ausblick zu geben.

Zunächst ein paar Worte zur wechselvollen Geschichte. Die Bibliothek war bis Dezember 2004 Teil der Stadtbibliothek. Immer wieder wechselten Räumlichkeiten und Verantwortungen. Im Februar 2005 übernahm die Schule an den Püttbergen die Bibliothek als Schulbibliothek. Durch die tatkräftige und engagierte Arbeit zweier Mütter (Frau Haack-Goebel  und Frau Hesse) in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Treptow-Köpenick konnte die Bibliothek erhalten werden.

Als ich vor elf Jahren erstmals die Schulbibliothek betrat, lag diese in einer Art „Dornröschenschlaf“. Sie hatte an zwei Tagen in der Woche geöffnet. Medien und Regale waren vorhanden, doch die Nutzung ließ ein wenig zu wünschen übrig. In den ersten Monaten bestand die Hauptaufgabe in einer elektronischen Katalogisierung der Medien. Dies war bei immerhin mehr als 10.000 Medien eine Sisyphusarbeit. Außerdem bestanden Projekte mit den umliegenden Kindertagesstätten und den ersten Klassen, die in einer Einführungsstunde an ihre Bibliothek herangeführt wurden. Diese guten Projekte haben wir bis heute erhalten und zum Teil ausgebaut.

Ein erster Schritt war die Erweiterung auf eine tägliche Öffnung der Bibliothek. Auf die Tatsache, dass wir seit damals bis heute fast jeden Tag geöffnet haben, bin ich stolz. Diese Zuverlässigkeit ermöglichte den Kindern, Lehrern und Erziehern eine bessere Nutzung und eine Einbeziehung der Bibliothek in den Unterricht. Außerdem schufen wir weitere Angebote für die älteren Kinder, wie die „Bibliotheksdetektive“, eine Veranstaltung in der die Schüler der 4. und 5. Klassen spielerisch an die Bibliothek herangeführt werden.

Daneben führten wir jährlich eine Lesenacht zu unterschiedlichen Themen in der Schulbibliothek durch. Dies war jedes Jahr ein Highlight auch für mich persönlich. Diese Tradition ist leider aufgrund von Personalmangel in den letzten Jahren eingeschlafen. Dies ist ein Problem auf das ich später noch eingehen möchte.

In den letzten Jahren bestimmte die Umstellung auf ein neues Computerprogramm und die Aktualisierung der Medien die Arbeit. Eine Neuausrichtung und Erweiterung der Medienvielfalt war aus meiner Sicht unbedingt erforderlich. So schafften wir neue Medien, wie Hörbücher auf CD, Computerspiele und Filme, an. Diese neuen Angebote werden gut und viel genutzt. Eine ständige Aktualisierung des Buchbestands war und ist außerdem erforderlich. Dies ist nur durch die Unterstützung durch den Stadtbezirk Treptow-Köpenick und den Förderverein der Schule möglich. Dafür vielen Dank!

Durch die Unterstützung des Trägers des Sozialpädagogischen Bereichs tjfbg (Technische Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft GmbH) kann ich seit zweieinhalb Jahren Kinder in einer Arbeitsgemeinschaft zu „Jungen Schulbibliothekaren“ ausbilden. In mehreren Stunden werden die Kinder befähigt, leichte Aushilfsarbeiten und die Ausleihe zu übernehmen. Die Ausbildung, die in einer kleinen Prüfung und der Verteilung von Urkunden mündet, führt zu einer starken Identifizierung der Kinder mit ihrer Bibliothek.

Erfreulich ist auch die mittlerweile starke Nutzung der Bibliothek in den Pausen, im Unterricht und nach dem Unterricht.

Mit Hilfe des tjfbg konnte auf dem Schulhof eine Telefonzelle aufgestellt werden, die als Bücherbox dient.

Besonders bedanken möchte ich mich bei der Schulleitung, die stets mit höchstem Engagement hinter der Schulbibliothek stand und steht!

Nun allerdings zu dem größten Problem, der fehlenden Kontinuität im Personal. In den elf Jahren die ich jetzt an der Schule bin, erlebte ich fast jährlich eine große Fluktuation im Personal. Sobald jemand gut eingearbeitet war, liefen die Verträge aus und wir bekamen neues Personal. Momentan sind wir mit einer Bundesfreiwilligenstelle und zwei Personen mit kleinen AG-Verträgen besetzt. Dies ist eigentlich, ob der vielen Arbeit, unbefriedigend. Hier erhoffe ich mir auch persönlich Verbesserungen.

Letztes Jahr zur Preisverleihung „Schulbibliothek des Jahres“ hörten wir von der Politik schöne warme Worte zur Wichtigkeit von Bildung und dem damit erforderlichen Erhalt von Schulbibliotheken. Ohne das persönliche Engagement Einzelner  müssten viele Bibliotheken wieder schließen oder würden zurück in den „Dornröschenschlaf“ fallen! Dies gilt es zu verhindern!

Dirk Mertin

Leiter Schulbibliothek Schule an den Püttbergen