Fördermöglichkeiten in Brandenburg

Am 25. Oktober 2017 veranstaltete die Plattform „Kulturelle Bildung“ in ihrem Regionalbüro in Lübbenau einen Workshop für Schul- und öffentliche Bibliotheken. Eingeladen war auch Antje Wieser, Schulbibliothekarin von der „Brandenburger Schulbibliothek des Jahres 2017“. Hier folgt ihr Bericht:

Antje Wieser in ihrer Bibliothek

Für viele Bibliotheken mit begrenztem Budget ist es oftmals eine schier unmögliche Aufgabe, alltägliche Kosten, Medienbeschaffung und Veranstaltungen gleichermaßen zu bewältigen. Hier wollte die Plattform Kulturelle Bildung am 25. Oktober 2017 eine willkommene Hilfestellung leisten. So lud das Regionalbüro in Lübbenau Bibliothekare und Kulturschaffende aus Brandenburg zum Workshop „Ohne Moos nix los“, um über Fördermöglichkeiten zu informieren.
Sandra Junghardt und Elena Arbter informierten die Gäste zunächst über die Aufgaben und Ziele der Plattform Kulturelle Bildung. Bereits seit 2009 möchte die Initiative einen wertvollen Beitrag zur Vernetzung und Qualifizierung der Kulturbetriebe beitragen. Inzwischen wird dies auch in drei Regionalbüros (Lübbenau, Potsdam und Eberswalde) gewährleistet. Neben einer Übersicht von bisherigen Förderprogrammen wurde auch das aktuelle Konzept der Plattform vorgestellt: „Total digital! Lesen und erzählen mit digitalen Medien“.
Als Beispiel für ein kreatives Projekt, welches durch Fördermittel ermöglicht wurde, stellte Ronald Gohr (Stadt- und Landesbibliothek Potsdam) eine ganz besondere Integrationsarbeit vor: „Wie kommt das W in den Baum? Eine Buchstabenreise durch Potsdam“ brachte einheimische und geflüchtete Kinder auf spielerische Weise zusammen. Auf der Suche nach Buchstaben, die sich in Natur und Gebäuden wiederfinden, schulten die Kinder ihre Wahrnehmung und verarbeiteten ihre Eindrücke in Fotos und Texten. Das Projekt wurde für den deutschen Lesepreis 2017 nominiert.
Dass sich die kulturelle Arbeit zunehmend stärker auf einzelne Projekte konzentriert, bestätigte auch Dr. Tanja Kasischke vom Pressenetzwerk für Jugendthemen e.V. Am Beispiel des Luther-Jahres und des 2019 folgenden Fontane-Jahres stellte sie verschiedene Projekte heraus, die sich besonders durch eine Vernetzung von Bibliotheken, Schulen und anderen kulturellen Einrichtungen auszeichnen.
Im folgenden Vortrag von Carina Böttcher, zuständig für EU- und Drittmittelberatung im Kompetenznetzwerk für Bibliotheken (knb) wurden Förderprogramme auf verschiedenen Ebenen vorgestellt, Hilfestellungen gegeben, aber auch auf mögliche Fallstricke hingewiesen. Auch hier bestätigte sich das grundsätzliche Fazit der anderen Referenten: Fördermöglichkeiten sind vorhanden, jedoch vorrangig auf konkrete Projektarbeiten ausgelegt und kaum dazu geeignet, um die alltäglichen Belange einer Bibliothek zu finanziell zu unterstützen.
Nach so viel Information konnten sich die Seminarteilnehmer schließlich in einer informellen Runde austauschen, ihre Ideen diskutieren und auch ihre eigenen Einrichtungen vorstellen.

Antje Wieser