Brandenburgs Schulbibliothek des Jahres ist in Eberswalde!

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Das Wahrzeichen der Fred-Vogel-Schule

Im schönen Eberswalde ist Brandenburgs Schulbibliothek des Jahres 2015 zu finden. Dies erklärte die Jury einstimmig und kürte damit die Schulbibliothek des Teams um Anka Rahn zur Schulbibliothek des Jahres 2015. Knapp 50 TeilnehmerInnen kamen am letzten Samstag in die Fred-Vogel-Schule in Märkisch-Oderland – leider waren somit nicht alle beteiligten Schulbibliotheken mit dabei. Schade, hätte mit der Teilnahme zugleich die Chance genutzt werden können, in einem feierlichen und gelungenem Rahmen auf das eigene Anliegen aufmerksam zu machen – war doch der Staatssekretär des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) Brandenburg, Dr. Thomas Drescher, zu Gast…

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Fantastisch – die Darbietung der Schüler

Mit einem fantastischen Auftakt zog die Preisverleihung gleich zu Beginn alle Aufmerksamkeit auf sich. Die Schülerinnen und Schüler der Schule boten eine mitreissende Aufführung eines Stückes aus dem Musical Ronja Räubertochter. Die Anregung für dieses Stück bot ein Besuch der Schulbibliothek, wie die Klassenlehrerin, Frau Berghofer, später erklärte. Auch Wenigleser fingen schnell Feuer für die Geschichte um die mutige Räubertochter, so dass am Ende alle Schülerinnen mit Spass dabei waren!

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Die Schulleiterin der Fred-Vogel-Schule: Renée Förster – Alle Fotos: H. Sperling

Offiziell ging es anschliessend mit dem Grußwort der Schulleiterin, Renée Förster, weiter. Sie blickte zurück auf die Anfänge ihrer kleinen Schulbibliothek und auf ihr Vorhaben, das Lesen stärker in den Schulalltag einzubinden. Mit finanzieller Hilfe der Gemeinde ist es der Schule in den letzten Jahren dann auch gelungen aus dem einstigen kleinen Raum ein Leseparadies für die ganze Schule werden zu lassen. Nicht umsonst war diese Schulbibliothek Brandenburgs Schulbibliothek 2013…

 

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Staatssekretär Dr. Thomas Drescher

„Eine Bibliothek muss leben!“ so das Credo des Staatssekretärs Dr. Thomas Drescher. Er betonte als ehemaliger Schulleiter in seiner Ansprache besonders den medialen Wandel, dem sich auch die Schulbibliotheken gegenübergestellt sehen. Er verdeutlichte jedoch auch, dass sich gerade hier für Schulbibliotheken die Chance bietet, sich auch mit anderen Medien jenseits des Buches zu beschäftigen. Eine Herausforderung hingegen bleibt seiner Meinung nach jedoch nachwievor die personelle und sachliche Ausstattung. Wie wahr.

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Der Bürgermeister der Gemeinds, Dr. Uwe Klett

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf, Dr. Uwe Klett, ging auf das unterschiedliche Medienangebot ein. Er hob jedoch eher den Spagat zwischen den Neuen Medien und der Bibliothek hervor und wies zugleich aber darauf hin, dass die Fred-Vogel-Schule diesen gut hinbekäme. Trotzdem, so seine Meinung, hat das Buch einen unschätzbaren Vorteil gegenüber Laptop und Co.,  gerade beim Strandurlaub: „Man kann es ganz einfach ausschütteln!“ Nun ja, bevor ich meine Game of Thrones-Bände zum Ausschütteln an die Ostsee mitnehme, packe ich dann doch lieber meinen E-Book-Reader ein…

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Victor Wolter, Vorsitzender der AGSBB

Dass sich Bücher und Neue bzw. Digitale Medien nicht ausschliessen, davon überzeugte Victor Wolter, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg, die ZuhörerInnen. Für beides wird eine wichtige Kompetenz benötigt: Die Lesekompetenz. Hier kann die Schulbibliothek einen wertvollen Beitrag zu Fragen der Bildungspolitik leisten. Er sieht die Bewerbungen der Bibliotheken für den Preis als beste Schulbibliothek als ein Kommunikationsinstrument um LehrerInnen und Eltern der eigenen Schule das Engagement zu verdeutlichen. Dass dieses nicht nur nach innen gerichtet sein sollte, führte er ebenfalls an und hob hervor, dass Schulbibliotheken sich auch gegenseitig unterstützen sollten. Sein Credo: „Jede Schule sollte eine Schulbibliothek haben!“.

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Der Cornelsen-Sonderpreis geht an die GS Rückersdorf

Nach so vielen Grußworten ging es erst einmal mit einem weiteren Teil aus dem Musical Ronja Räubertochter weiter, bevor Lina Köpcke (Fred-Vogel-Schule, Schulbibliothek) die Laudatio auf den dritten Platz hielt. „Lesen ist so wichtig wie das Zähneputzen!“ befand sie, denn nur in der Schulbibliothek gelingt es SchülerInnen ihr Wissen anzureichern und ihre Fantasie zu erweitern. Die Rückersdorfer Grundschule, die den Sonderpreis im Wert von 250 € des Cornelsen-Verlages aus Berlin erhielt, sagt von sich, dass ihre Schule ohne Schulbibliothek nicht komplett wäre. Die Schulbibliothek wird im Schulprogramm erwähnt, ist Bestandteil des Unterrichts und kooperiert mit der KiTa vor Ort, um nur einige der vielfältigen Aktionen zu nennen.

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Eine Bücherkiste für die Grundschule am Waldrand!

Martina Gnerlich (Hugendubel) zeichnete die Grundschule am Waldrand mit dem zweiten Platz, einer Bücherkiste im Wert von 250 €, aus. Dieser von Hugendubel gespendete Preis geht an eine Bibliothek, für die „Lesen der Schlüssel“ ist. In ihrer Laudation für die Grundschule am Waldrand (Schwedt/Oder) betonte Martina Gnerlich die Mithilfe der Schüler, die kontinuierliche Einführung der ErstklässlerInnen in die Bibliotheksnutzung und den Kooperationsgedanken der Bibliothek: So arbeitet die Schulbibliothek mit den Senioren und der Öffentlichen Bibliothek eng zusammen. Ein schöner Internetauftritt rundet die Präsenz und das Engagment der Schulbibliothek ab.

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Flotte Stapler!

Dann schloss sich plötzlich der Vorhang. Die Spannung unter den BesucherInnen war mittlerweile sehr groß –  und dann das! Bevor schließlich die beste Schulbibliothek gekührt werden sollte, ging es nochmal rund. Speedstacking war angesagt! Die 5. Klassen der Schule hatten zwei Stücke einstudiert. Zu Fritz Kalkbrenners „Ways over Water“ wurde flott einzeln in einer Reihe gestapelt, zu dem umgedichteten Speedstacking Originallied „When I’m gone“ von Sam Tsui und Konsorten dann als Gruppe. „Ich lerne wirklich überall“ haben die Schülerinnen draus gedichtet und gezeigt, dass das Becherstapeln bei ihnen bestimmt für den dem Stacking nachgesagten Konzentrationsschub gesorgt hat. Das Zuschauen hat echt Lust auf’s Ausprobieren gemacht! Hier das Originallied zum Anschauen, Zuschauen und Erlernen:

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So sehen glückliche Gewinnerinnen aus!

Jetzt hieß es Endspurt! Wer ist Brandenburgs beste Schulbibliothek? Joanna Krzeminska (Plattform Kulturelle Bildung, Regionalbüro Eberswalde) las stellvertretend für Ulrike Erdmann (Regionalbüro Potsdam) die Laudatio vor. „Klauen ist in dieser Schulbibliothek strengstens erlaubt!“ Nanu? Was soll das denn jetzt heißen? Ach so ist das gemeint: „Hier können sich sowohl die Schüler als auch Lehrer Literatur „einstecken“!“ Die Rede ist von der Schulbibliothek der Karl-Sellheim-Schule, genauer gesagt von der Boris-Pfeiffer-Schulbibliothek. Diese überzeugte die Jury u.a. mit den vielfältigsten Aktionen rund ums Buch und Lesen: Exkursionen u.a. zur Leipziger Buchmesse, Buchkunst aus ausgemusterten „Schätzchen“, eine stetige Aktualisierung des Bestandes, regelmäßige Öffnungszeiten, eine sehr gute Vernetzung mit Bildungspartnern der Region und der Stadt, dazu mit dem bekannten Kinderbuchautor Boris Pfeifer ein prominenter Namensgeber… eine tolle Bibliothek, die wohlverdient nun die vom Lionsclub Berlin-Spree gespendeten 500 € ihr eigen nennen darf. Was davon wohl für die Bibliothek gekauft wird…? Bücher?

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Heute war jede Schulbibliothek eine Gewinnerin!

In meinen Abschlussworten habe ich dann bewusst den Fokus auf das Personal gelegt. Viel wurde an diesem Tag schon zu den Schulbibliotheken und der Förderung der unterschiedlichsten Kompetenzen gesagt. Lesekompetenz, die auch in Zeiten multimedialer Vielfalt weiterhin wichtig sein wird, Medienkompetenz, die durch die Schulbibliothek gefördert werden kann (nur wie ohne vorhandene Finanzen?) – beide waren Thema.

Aber was ist eigentlich mit dem Personal? Es wird zu oft nur vergessen, dass dieses oftmals die Ideen einer ambitionierten Schulleitung tragen muss. Jedoch ohne eine adäquate Ausstattung, ohne einen gesicherten finanziellen Etat im Hintergrund, ohne selbst dafür entlohnt zu werden. Diese BibliotheksmitarbeiterInnen beißen sich bisweilen durch, beweisen Langmut und Talent bei der Bibliotheksorganisation. Und warum? Weil sie ihren Job gerne machen, weil sie sich mit ihren SchülerInnen freuen, wenn diese ihnen begeistert von dem letzten Buch erzählen, in dem sie abgetaucht sind, weil sie wissen, dass heute ohne das Verständnis des gedruckten Wortes nichts mehr geht – dennn nicht für alle hält das Leben eine Karriere als Topmodel oder Germany’s next Superstar bereit. Und genau deshalb möchte ich mit einem Wort diesen Damen und Herren meine Wertschätzung ausdrücken: DANKE.

Abschließend möchte ich auch der Fred-Vogel-Schule, hier ganz besonders der Schulleitung, Frau Renée Förster danken. Es war eine super Zusammenarbeit – von der ersten Mail an.

Mein Dank geht auch an den Hanser-Verlag und Random-House, die mit ihren Geschenken dafür gesorgt haben, dass jede Bibliothek bei der Preisverleihung ein Bücherpaket bekommen hat und somit keine mit leeren Händen nach Hause gehen müßte.

Ein gr0ßes Dankeschön geht, last but not least, auch an unsere vier Haupt-Sponsoren: