Schulbibliotheken in Charlottenburg-Wilmersdorf

Charlottenburg-WilmersdorfIm Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wird zur Zeit viel über Bibliotheken diskutiert. Ein Schulhort soll einer Öffentlichen Bibliothek weichen. Bürger ärgern sich über die Entsorgung von Büchern über die Geschichte des Bezirks (in der NS-Zeit) durch die Öffentlichen Bibliotheken. In die Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vom 20. Februar wurde beantragt, dass sich das Bezirksamt bei der zuständigen Senatsverwaltung für die Schaffung eines Bibliotheksgesetzes einsetzen soll.

In der BVV-Sitzung vom Februar 2014 wurde außerdem eine Anfrage zu den Schulbibliotheken des Bezirks beantwortet. Die drei Fragen lauteten:

1. Wie viele Schulen – anteilsmäßig – führen noch Bibliotheken, zu welchen Bedingungen (Personelle-, Finanzielle-, Medien-Ausstattung, Ermäßigungsstunden für Lehrer)?
2. Stehen diese auch der Öffentlichkeit offen, gibt es Kooperationen mit den Stadtteilbibliotheken und wenn ja wie sieht diese aus?
3. Welche weiteren Institutionen im Bezirk (Kirchen, Nachbarschaftshäuser, Altenheime, Kindergärten u.a. Einrichtungen) führen Bibliotheken, werden diese durch öffentliche Gelder/Personal gefördert und welche sind auch Zugangsoffen?

Die Antwort lautete wie folgt:

Für den Bereich Soziales und Gesundheit liegen hierzu keine Kenntnisse dem Bezirksamt vor. Seitens der Abteilung Jugend, Familie, Schule, Sport und Umwelt wurde über die Regionale Schulaufsicht eine Abfrage an die Schulen initiiert. Die Beantwortungen der Schulen, die sich zurück gemeldet haben, können der Anlage entnommen werden.

Am Ende dieser Seite kann man die einzelnen Ergebnisse der Abfrage als „Anlage zur 16. Einwohnerfrage“ nachlesen. 14 der 30 Grundschulen, 12 ISS und 15 Gymnasien hatten auf die Anfrage der Schulaufsicht geantwortet. Die Daten ergeben, dass es sieben Schulen seien, die eine eigene Schulbibliothek haben. Sie berichten, dass sie stets nichtöffentlich sind und sich über Spenden, den Förderverein oder das Schulbudget finanzieren. Einige arbeiten mit den Öffentlichen Bibliotheken zusammen. Eine Personalstelle für die Schulbibliothek hat keine Schule. Vielmehr sind dort LehrerInnen, Ehrenamtliche, MAE-Kräfte oder SchülerInnen tätig. Betreuende Lehrkräfte bekommen an einer Grundschule drei Abminderungsstunden, an anderen zwei oder keine. Eine  andere Schulbibliothek erhält neun Stunden aus dem Erzieherbereich.

Die Bonusschulen des Bezirks könnten sich seit diesem Jahr professionelles Personal in ihre Schulbibliothek holen. Das Programm ermöglicht es, Bibliothekare, Bibliotheksassisten, Sozialarbeiter usw. für die Schulbibliothek zu finanzieren.

Hinweis: In der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg engagieren sich im Übrigen neun Schulbibliotheken aus Charlottenburg-Wilmersdorf, darunter die Berliner Schulbibliothek des Jahres 2013.