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Veranstaltung in der John-F.-Kennedy-Schule

Der notwendige Appell von Victor Wolter, Informationsaustausch nicht nur zu fordern, sondern auch hinzugehen, wenn er angeboten wird, war erfolgreich. 20 Teilnehmer/-innen ließen sich von Sally Burk und Barbara Nicolai die Grundschulbibliothek der John-F.-Kennedy-Schule erklären.

Voll wäre es diesmal aber wohl auf jeden Fall geworden. Die John-F. Kennedy Schule ist nämlich eine hoch angesehene bilinguale, bikulturelle deutsch-amerikanische Schule in Berlin-Zehlendorf, die vom Kindergarten bis zum Abitur führt (K-12). Die Schule orientiert sich an deutschen und amerikanischen Lehrplänen. „Bikulturell“ meint, dass die Schüler in beide Kulturen eingeführt werden und dabei Respekt, Toleranz und gegenseitiges Verständnis lernen sollen. Neben den akademischen Fächern wird Wert auf Sport, Theater und Musik gelegt.

Der deutsche Grundschulleiter (es gibt auch einen amerikanischen), Herr Roth, begrüßte die Teilnehmer/-innen und stand auch während der Diskussion Rede und Antwort. Er betonte die Rolle der Bibliothek für die Schulkultur. Sie sei ganz wichtiger Faktor. Seine Anwesenheit machte deutlich, er sagte es aber auch: Hinter einer guten Schulbibliothek steht immer auch eine unterstützende Schulleitung. Ein besonderes Bonbon ist die Öffnung der Grundschulbibliothek für die Eltern und die jüngeren Geschwister einmal in der Woche. Das werde gerne wahrgenommen.

Im Anschluss an die AGSBB-Veranstaltung fand ein Elternabend in der Bibliothek statt. Die Lehrer wollten Tipps zu den Themen Lesen fördern und das Lernen lernen geben. Schon auf der Schulhomepage versprechen die Bibliothekarinnen, aus Schülern „terrific readers“ zu machen.

Die beiden JFK-Bibliotheken in Grundschule und High School hatten schon immer einen Kultstatus unter deutschen Schulbibliotheksfans. In einer Umgebung, in der deutsche Bildungsverwaltungen per Verordnung Lehrern auferlegen, mit ihren Klassen die öffentliche Bibliothek aufzusuchen, wird an der JFK gezeigt, wie eine moderne Schulbibliothek arbeitet, die dem amerikanischen Schulbibliotheksmodell verpflichtet ist:

  • Geleitet von Profis, school library media specialists, also weiter gebildeten Lehrern,
  • jede Woche von den Klassen besucht, die dort recherchieren lernen und Referate ausarbeiten,
  • den gesamten Schultag umfassende Öffnungszeiten,
  • einem Bestand, der sich am Schulcurriculum orientiert (18000 Medieneinheiten, deutsch und englisch),
  • Zusammenarbeit mit den Fachlehrern bei der Unterrichtsplanung.

 

Eine Teilnehmerin glaubt, sich verhört zu haben und fragt nach: Doch, die Bibliothek hat einen Ankaufsetat.

Der WebOPAC stammt von dem US-Schul- und Bibliothekslieferanten Follett. Die Schüler/-innen erhalten eine vierstellige PIN, mit der sie sich einloggen und mit der sie ausleihen können. Die Follett Destiny Software wird in einem Webbowser(!) aufgerufen. Man kann im Schulbibliothekskatalog zu recherchieren, sieht, was ausgeliehen ist, kann eine individuelle Literatur- bzw. Medienliste zusammenstellen und abspeichern, inklusive der Liste in korrektem Zitierformat. Die Teilnehmer spielten die Recherche als 4. Klasse, die über das Thema „Wetter“ arbeitet, durch.

Ms. Burk und Frau Nicolai wurden eingeladen, ihre mit viel Beifall bedachten Informationen auch auf dem 4. Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstag im nächsten Jahr vorzutragen.

Fotos oben von Simone Frübing und Sally Burk (rechts oben)

Nachfolgende Fotos von Ilou Hanke und Sally Burk

 

 

 

 

 

 

 

2 Comments

  1. […] sich in der Grundschulbibliothek der deutsch-amerikanischen Schule. Ein kleiner Bericht im Blog der AGSBB.[…]

  2. G.SCHLAMP sagt:

    Die Follett-Bibliothekssoftware gefiel mir sehr gut. In meinem Blog Basedow1764 habe ich dazu noch mehr geschrieben:
    Von vier Softwareexperten haben drei meiner Einschätzung, dass es Vergleichbares in Deutschland nicht gäbe, nicht widersprochen. Eine vierte glaubt, es besser zu wissen: Das wäre längst “tendenziell Standard in Bibliothekssystemen”, ,eine Software, die das alles hätte, gäbe es.

    Auch wenn 3:1 eindeutiger als viele aktuelle politische Umfragen ausfällt: Ich würde mich freuen, wenn dieser Blog zu einem “sozialen Medium”. Nicht zuletzt könnte das meinem Software-Unwissen abhelfen.