Schulbibliothekarinnen aus den USA und Kanada besuchen die AGSBB

Pünktlich um neun trafen die Gäste ein. Kaffee und Tee waren vorbereitet, Bionade, Kekse und selbst gebackener Kuchen standen bereits auf Tisch. Es sollte ein schöner Vormittag werden.

Am 16. August 2011 besuchten amerikanische Schulbibliothekare die Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg. Sie weilten auf Einladung des Goethe-Instituts in Berlin und waren Teilnehmer des Austauschprogramms „Librarian in Residence“.

Treffpunkt für den Besuch bei der AGSBB war die Lenau-Grundschule in Kreuzberg, deren Schulbibliothek vor kurzem in Berlin „Schulbibliothek des Jahres“ wurde. Begrüßt wurden die Gäste dort durch die Schulleiterin, Karola Klawuhn. Anschließend stellte Victor Wolter kurz die AGSBB vor, bevor Günter Schlamp in einem Vortrag über die schulbibliothekarische Situation in Deutschland berichtete. Das Lesekonzept der Lenauschule erläuterte Sibylle Recke. Anhand von Szenen aus dem Film „Es war einmal ein Zebra“, der die Arbeit der Schule über mehrere Jahre dokumentierte, konnte sie wichtige Elemente der Leseförderung an ihrer Schule darlegen.

Nun sind auch die Bilder online. Vielen Dank an Edith Siepmann für die schönen Fotos – und an Estrella Velasco für die Lösung des technischen Problems.

 

In den anschließenden Gesprächen mit den Gästen erfuhr man viel über die konkrete Situation der Schulbibliotheken in Amerika. So arbeitet Francoise Rodary-McHugh in New Orleans an der Benjamin Franklin High School, an der auch Deutsch gelehrt wird. Die Schule hat etwa 660 Lernende, für die eine große Schulbibliothek vorhanden ist, die rege genutzt wird. Frau Rodary-McHugh arbeitet dort als Schulbibliothekarin mit einer Assistentin zusammen. Beide sind fest angestellt an der Schule und beziehen ein reguläres Gehalt. Der Medienbestand besteht vorwiegend aus Sachbüchern, die auf den Unterricht abgestimmt sind. Ergänzt wird dieses Material durch Online-Medien, die nicht mehr physisch vorhanden sind, sondern im OPAC recherchiert und am Computer gelesen werden. Viele Zeitschriften aber auch Bücher werden nur noch in elektronischer Form gekauft.

Der Fokus der Bibliotheksarbeit liegt auf der Unterstützung des Unterrichts. Die Schulbibliothek wird als unabdingbar angesehen, um die Curricula zu erfüllen. Viele amerikanische Studien haben bereits den positiven Einfluss guter Schulbibliotheken auf die Lernergebnisse nachgewiesen (z.B. die Colorado-Studien). So ist es an der Benjamin Franklin High School selbstverständlich, dass Lehrerinnen und Lehrer in die Bibliothek kommen, um gemeinsam mit den Schulbibliothekaren die nächsten Unterrichtsprojekte zu planen. Die Lernenden erfahren dann in der Schulbibliothek, wie sie die Systematik, den OPAC oder die Schlagwortsuche nutzen können, um ihre schulischen Aufgaben zu lösen. Sie lernen kennen, worauf sie beim Nutzen von Zitaten und beim Bibliografieren achten müssen. Beginnend mit den untersten Klassen wird diese Arbeit in der Schulbibliothek Schritt für Schritt trainiert. So bilden sich Medien- und Informationskompetenz heraus. Das Geld für die Ausstattung der Schulbibliotheken kommt es unterschiedlichen Quellen und wird oftmals in harter PR-Arbeit eingeworben. Manchmal hat man aber auch Glück: Die Benjamin Franklin High School erhielt vor kurzem eine Spende von einer amerikanischen Stiftung über Zehntausende von Dollar …

Wer mehr zum Programm „Librarian in Residence“ wissen möchte, wird im Internet fündig. Deutsche Teilnehmer des Programms, das 2010 den Schwerpunkt Schulbibliotheken hatte, führen ein Web-Tagebuch zu ihrem Besuch in Amerika. Eine andere Teilnehmerin stellte ihren Besuch amerikanischer Schulbibliotheken in einer Präsentation vor.

Bleibt zu hoffen, dass der nette Kontakt zum Goethe-Institut bestehen bleibt …

Allen, die der Veranstaltungen zum Erfolg verholfen haben – besonders dem Team der Lenauschule und den Kuchenbäckerinnen – ein großes Dankeschön.

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